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Holocaust-Gedenktag

Deportiert ins Ghetto

Aus Anlass des Holocaust-Gedenktages präsentierte die Stadt Leverkusen in diesem Jahr die Ausstellung „Deportiert ins Ghetto“.

Die systematische Deportation jüdischer Menschen in das Ghetto von Litzmannstadt (Lódz) begann im Herbst des Jahres 1941. Von Köln und Düsseldorf aus sind 3014 Männer, Frauen und Kinder aus dem Rheinland, auch aus Leverkusen, deportiert worden.
„Deportiert ins Ghetto“ weist durch Fotografien und Originaldokumente auf Biografien dieser Deportierten vor allem während ihrer Zeit im Ghetto hin.
Wie sich das Leben auch einiger Leverkusener Familien jüdischen Glaubens innerhalb kürzester Zeit tragisch veränderte, zeigt die Ausstellung ebenfalls. Das Archiv der Stadt Leverkusen hat diese Schicksale dokumentiert. Es waren vier Familien mit insgesamt 17 Angehörigen.

Auch aus Leverkusen

Bei ihnen handelte es sich um Unternehmer, Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg oder Angestellten der Bayer Farbenfabrik, beispielsweise ein Abteilungsvorstand. Zwei Töchter einer Familie flohen ins Ausland.
Die anderen jedoch wollten, beziehungsweise konnten Deutschland nicht verlassen. Denn es war ihre Heimat, das Land, für das man gekämpft hatte und in dem man sich sicher fühlte oder gar als Unternehmer unterstützte. Sie zahlten einen furchtbaren Preis dafür: Sie wurden ins Ghetto deportiert.      
Im August 1944 wurde das Ghetto geräumt und viele der Insassen in Vernichtungslager, so nach Kulmhof (Chelmo) transportiert und dort ermordet.
Von den ursprünglich 3014 aus dem Rheinland nach Litzmannstadt deportierten Menschen haben nur 36 überlebt.

Gedenkstunde und Lesung

In Gedenken und in Erinnerung an die Opfer ist die Ausstellung am Mittwoch, 27. Januar, durch Oberbürgermeister Uwe Richrath eröffnet worden. Dr. Karola Fings vom NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln hielt den Gastvortrag. Die "5th Generation", eine Gruppe der Musikschule der Stadt begleitete die Gedenkstunde.

Die Ausstellung im Forum war vier Wochen lang, bis 25. Februar 2016 zu sehen. Sie wurde im Auftrag des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW gemeinsam von den NS-Gedenkstätten in Köln und Düsseldorf erarbeitet.

Mit zwei Filmen und einer Lesung begleitete die Volkshochschule den Gedenktag.