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Umwelttipp aktuell

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Weil bei Messungen Grenzwerte bei Stickstoffdioxid überschritten wurden, ist die Stadt Leverkusen verpflichtet, einen Luftreinhalteplan aufzustellen. Die Feinstaubsituation in der Stadt allerdings ist nicht problematisch.

Feinstaub: in 2016 noch nie so wenig

Über das Thema Feinstaub wird auch vor Ort viel diskutiert. Dabei werden über die tatsächliche Immissionslage nicht selten falsche Informationen verbreitet. Fakt ist: Noch nie wurde in Leverkusen so wenig Feinstaub gemessen wie 2016. An der Luftmessstation Manforter Straße (Stationskürzel LEV2) hat man zum ersten Mal keinen Feinstaubüberschreitungstag registriert, das heißt an keinem Tag in 2016 ist dort der Tagesmittel-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3) überschritten worden.

Luftmess-Station Manforter Straße

Erlaubt sind 35 Überschreitungstage, deren Einhaltung zum Beispiel in Stuttgart (Am Neckartor) mit 63 Zählern am deutlichsten verfehlt wurde. Mit 14 μg/m3 lag an der LEV2 das Jahresmittel für Feinstaub PM10 unter dem EU-Grenzwert von 40 μg/m3 und unter dem von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfohlenen Grenzwert von 20 μg/m3. Die Station Manforter Straße steht keineswegs in einem „Reinluftgebiet“, sondern mitten im Siedlungsbereich, etwa 350 Meter von der Autobahn und gut ein Kilometer vom Chempark entfernt. Die dortigen Messwerte spiegeln in etwa die Immissionssituation im Stadtgebiet wider.

Um Orte der Spitzenbelastung ausfindig zu machen, wurden in Leverkusen wiederholt computergestützte Luftschadstoffsimulationen durchgeführt. Gerechnet wurde für die am stärksten belasteten Strecken, das heißt möglichst dicht bebaute und stark frequentierte Straßenschluchten. Ergebnis: Nirgendwo wurde mehr als 27 μg/m3 Feinstaub PM10 festgestellt. Im Bereich mit dem ungünstigen Wert steht heute die Messstelle Gustav-Heinemann-Straße (Stationskürzel VLEG), wo 2016 fünf Überschreitungstage registriert und 21 μg/m3 PM10 im Jahresdurchschnitt gemessen worden sind.

Situation bei Stickstoffdioxid

Feinstaub ist also nicht das große lufthygienische Problem von Leverkusen. Denn auch die Grenzwerte für die Fraktion PM2,5 werden sicher eingehalten. Unerfreulicher sieht es dagegen bei der Komponente Stickstoffdioxid (NO2) aus. Wegen der messtechnisch nachgewiesenen NO2-Grenzwertüberschreitung an der VLEG-Station an der Gustav-Heinemann-Straße wird nun ein Luftreinhalteplan für Leverkusen aufgestellt. Etwa 30 NRW-Kommunen haben ebenfalls Schwierigkeiten mit diesem Schadstoff.

Eigenen Beitrag leisten

Mit den geplanten Luftreinhalteplan-Maßnahmen sollen nicht nur Stickoxide sondern ebenso Feinstaub-Ausstöße reduziert werden. Der Erfolg hängt allerdings mit davon ab, ob alle Einwohner der Stadt Verantwortung übernehmen und einen eigenen Beitrag leisten möchten, um die Luftqualität zu verbessern.

Zum Beispiel durch:

  • mehr Radfahren und Zufußgehen
  • häufigere Nutzung von Bus und Bahn
  • Verzicht auf das Auto bei Kurzstrecken
  • Investitionen in abgasfreie/-arme Fahrzeuge
  • Entscheidung für energieeffiziente Heizungsanlagen und erneuerbare Energien
  • richtiges Verhalten beim Betrieb von Kaminöfen.