»Hochwasserschutz Hitdorf«
Übersicht
Probeaufbau der Hochwasserschutzwand
In Hitdorf wurde im September 2010 die mobile Hochwasserschutzwand zur Probe errichtet. Dazu wurden 347 Stützen und 3.200 Dammbalken für die sechs Dammtore und die Wand eingebaut. Ingesamt hatte sie ein Gesamtgewicht von 77 Tonnen und war 850 Meter lang. Das Ergebnisse dieses Probeaufbaus kann sich sehen lassen: Alle Schutzwände waren dicht.
Großflächige Drainage
Am 2. August stellte TBL-Projektleiter Ulrich van Acken die technische Funktion der Hitdorfer Drainage im Detail und den Stand der Bauarbeiten vor. Er ist für den Bau der Hochwasserschutzanlage zuständig. Mitte des Monats soll von der rund 300.000 Euro teuren Flächendrainage an der Oberfläche nichts mehr zu sehen sein.
Sie ist ein wichtiges Element der Hochwasserschutzanlage in Hitdorf. Denn sie nimmt das an den Enden der Dichtwand umlaufende Sickerwasser unter der Straßenoberfläche auf und führt es zum Pumpwerk an der Langenfelder Straße. Von dort wiederum wird das Wasser bei Hochwasser durch große Pumpen wieder in den Rhein befördert.
Im April 2009 fiel der Startschuss für das zehn Millionen Euro teure Hitdorfer Hochwasserschutzprojekt, das vom Land mit sechs Millionen Euro gefördert wird. Seither wurde eine unterirdische wasserundurchlässige Dichtwand gebaut. Diese reicht bis zu 30 Meter in die Tiefe. Ebenfalls fertig ist eine oberirdisch sichtbare Stahlbetonwand, die auf diese Dichtwand aufgesetzt wurde. Sie ragt bis maximal 1,50 Meter aus dem Boden. Je nach Hochwasser wird dieses Bauwerk noch einmal um zusätzliche, bis zu zwei Meter hohe, mobile Absperr-Elemente aufgestockt, um so den mehr als 2000 Rheinanwohnern Schutz vor einem 100 bzw. 200-jährlichen Hochwasser zu bieten.
Insgesamt, so van Acken, werden für das gesamte System 1.300 Meter Drainageleitungen, 1.100 Kubikmeter Kies sowie 5.000 Quadratmeter Filtervlies eingebaut. Die gesamte Drainage soll bis September 2010 fertig sein.
Hochwasserpumpen werden überprüft
Im Rahmen der Hochwasserschutzmaßnahmen werden auch die beiden Hochwasserpumpen im Pumpwerk Hitdorf nacheinander technisch überprüft. Die fast 30 Jahre alten Pumpen fördern bei Hochwasser und beim Überlauf des Regenbeckens nach starkem Regen die Wassermengen in den Rhein. Sie sind jeweils zehn Tonnen schwer und zehn Meter lang. Eine dient als Reserve.
Am 29. März 2010 begann der Ausbau der ersten Pumpe. Bei der Verladung für den Transport zur Herstellerfirma nach Bremen kam ein 120-Tonnen-Kran zum Einsatz. Bei der Überprüfung wird die Pumpe komplett auseinander genommen, begutachtet und gereinigt. Nach erfolgreichem Probelauf in Bremen kehrt sie im August/September wieder nach Hitdorf zurück. Dann wird die zweite Pumpe ausgebaut.
Arbeiten bis Frühjahr 2011
Ende März 2009 hatten die Vorarbeiten für den Bau begonnen: Büsche und Sträucher wurden gerodet und Bäume gefällt. Sie werden später durch neue Pflanzungen ersetzt. Auch der Oberboden, die Findlinge, Bänke und Fahnenmasten werden zwischengelagert und anschließend wieder aufgestellt. Bis zum Frühjahr 2011 werden die Straßenoberflächen und Wiesen wieder hergestellt und neue Bäume gepflanzt.
Die Andienung der Häuser und des Hafens bleiben während dieser Bauphase ohne Einschränkung erhalten. Durch die Arbeiten können Park- und Wiesenflächen nur bedingt genutzt werden. Die zeitlich befristeten Behinderungen werden so gering wie möglich gehalten und den Betroffenen rechtzeitig mitgeteilt. Die Technischen Betriebe Leverkusen bitten dafür um Verständnis.
Bauwerk aus drei Teilen
Auf der Strecke zwischen Fähr- und Werftstraße wird im Untergrund eine 27 Meter tiefe Dichtwand eingebaut. Sie soll das Unterströmen des Bereichs verhindern. Von oben ist sie nicht zu sehen. Oberidisch aufgesetzt wird darauf eine massive Wand von 1,50 Meter Höhe. Damit sie sich in das Gelände einpasst, wird sie teilweise begrünt und verklinkert.
Wenn Hochwasser droht, kommt der mobile Teil des Bauwerks zum Einsatz: eine Aluminium-Wand. Sie kann bis zu zwei Meter hoch aufgebaut werden, angepasst an den Wasserstand. Der Hitdorfer Hochwasserschutz soll auch einem extremen Hochwasser standhalten, wie es statistisch nur alle 200 Jahre auftritt.
Bis voraussichtlich Anfang 2011 soll der Hochwasserschutz fertiggestellt sein.
Letzte Lücke geschlossen
Nordrhein-Westfalens Umweltminister Uhlenberg nahm am 20. April 2009 symbolisch den ersten Spatenstich vor. Für das Land wird damit ein weiterer Schritt zur Erfüllung des Hochwasserschutzkonzeptes getan. "Mit dem Bau dieser Anlage schließen wir die letzte Lücke im Hochwasserschutz der Stadt Leverkusen." Für den noch fehlenden Lückenschluss an der Stadtgrenze zu Monheim laufen die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren, so der Minister. Oberbürgermeister Ernst Küchler betonte beim Spatenstich für die Bauarbeiten, wie wichtig der Hochwasserschutz ist: Es entsteht ein Bauwerk, "das den Hitdorfer Bürgern nach seiner Fertigstellung zum ersten Mal, seitdem hier Menschen siedeln, die Sicherheit für ihr Leben und ihr Eigentum gibt."
Schutz vor Rheinhochwasser
Überflutete Straßen und Häuser, deren Erdgeschoss im Wasser steht, soll es in Hitdorf künftig nicht mehr geben. So sehen es Pläne für den Hochwasserschutz vor, an dem aktuell gearbeitet wird.
Mit Unterstützung des Landes hat eine Baumaßnahme begonnen, die über 900 Meter Länge geht und die Lücke zum Rhein schließt. Für zehn Millionen Euro entsteht eine Hochwasserwand. Das Land trägt mit einem Zuschuss über sechs Millionen Euro einen großen Teil der Kosten.
Weitere Informationen
Lesen Sie hier mehr zum Thema Hochwasserschutz in Leverkusen, gesetzliche Grundlagen und Zuständigkeiten:
Zuständig für den Hochwasserschutz Hitdorf sind die Technischen Betriebe Leverkusen. Ausführliche Informationen zum Thema Hochwasserschutz finden Sie deren Homepage.
