»Klimaschutz in Leverkusen«
"LevEverGreen" investiert in Energiewende
Das Interesse war riesig: Innerhalb von zweieinhalb Tagen ist das neue Einlage-Produkt der Sparkasse Leverkusen, der Energie-Sparkassenbrief "LevEverGreen", mit einem Volumen von zwei Millionen Euro abverkauft worden. Zwischen 500 und 25 000 Euro konnten Interessenten mit einem jährlichen Zinssatz von 2,75 % und einer Laufzeit von fünf Jahren fest anlegen. Diese Einlagen werden ausschließlich für umwelt- und klimaschonende Vorhaben in Leverkusen und der Region verwendet werden.
Am 3. Mai erst wurde "LevEverGreen" vorgestellt. Eine Einlage der Sparkasse, gedacht für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die zum einen gezielt in regenerative Energien investieren mochten, zum anderen auch vor Ort sehen wollen, wie das Geld verwendet wird. Das neue Produkt und das damit verbundene Vorhaben in punkto Klimaschutz kam offensichtlich an.
Drei Partner, die Sparkasse, die Energieversorgung Leverkusen (EVL) und die Stadt Leverkusen ziehen für dieses neue Vorhaben an einem Strang. Ein erstes, bereits verwirklichtes Projekt zwischen den drei Partnern ist die Installation einer Photovoltaikanlage auf der stadteigenen Bielerthalle, einer Sporthalle, in Leverkusen-Opladen.
Die Anlage wurde während der Osterferien im April auf das Dach gebaut. Sie ist rund 460 Quadratmeter groß und hat eine Nennleistung von 45,6 Kilowatt. Der erzeugte Strom wird ins Niederspannungsnetz gespeist. Die Baukosten, rund 100 000 Euro, wurden von der EVL vorfinanziert und werden durch die Mittel des Sparkassenbriefs refinanziert.
Die Bielerthalle ist eine der Top 10-Dachflächen, die vom Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadt für eine Installation von Photovoltaik angeboten werden. Alle städtischen Dachflächen erfasst die Stadt zur Zeit in einem "Dachflächenkataster". Dabei werden sie auf Parameter wie Neigung, Verschattung und Statik analysiert. Unter anderem durch die Mittel aus dem Konjunkturpaket II konnten einige der Dachflächen saniert werden. Dieses stellt eine wesentliche Voraussetzung dar, um die Dächer für 25 Jahre mit Solarzellen zu versehen.
Kooperationen über die Grenzen Leverkusens hinweg sind im Gespräch. Auch die Bayer-04-Fußball-GmbH steht bereits in Überlegungen, sich an der Energiewende zu beteiligen. So soll auf dem Dach des Bayer 04-Jugend-Leistungszentrum Kurtekotten,l zusammen mit dem Hauptsponsor des Vereins, dem Unternehmen "Sunpower", demnächst eine Photovoltaikanlage realisiert werden.
Stadtrat lobt Finanzierungsmodell
Einstimmig verabschiedet hat der Rat der Stadt Leverkusen in seiner Sitzung am 26. März 2012 den Sachstandsbericht der Verwaltung zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms. Viel Lob fand vor allem das jüngste Modell zur Finanzierung regenerativer Energiequellen im Stadtgebiet.
In Zukunft haben die Bürgerinnen und Bürger Leverkusens zwei Möglichkeiten in den Ausbau regenerativer Energiequellen vor Ort zu investieren: Durch die Volksbank Rhein-Wupper und den Bauverein Opladen (GBO) wird die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft "Neue Energie Leverkusen" vorangetrieben und die Sparkasse Leverkusen bietet in Kooperation mit der EVL einen Bürgerenergiesparbrief an.
Für Investitionen bieten sich in Leverkusen zunächst Photovoltaikanlagen an. Denn obwohl die Höhe der Einspeisevergütungsförderung immer wieder neu verhandelt werde, sei die Technik inzwischen soweit fortgeschritten, dass die Investition sich lohne, so Umweltdezernent Frank Stein. Sowohl Genossenschaft als auch Energiesparbrief ermöglichen es den Bürgerinnen und Bürgern Leverkusen gezielt in regenerative Energiequellen zu einer "ordentlichen Rendite", vor Ort zu investieren, so Stein. Neben Photovoltaik kommen mittelfristig auch Investitionen in Energie aus Wind- und Wasserkraft sowie aus Biomasse in Frage.
NaturGut Ophoven ausgezeichnet
Das NaturGut Ophoven ist im bundesweiten Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" ausgezeichnet worden. Das Klimabildungszentrum wurde aus bundesweit 2.100 Bewerbungen prämiert, die besonders im Bereich Klimaschutz für alle Altersgruppen umfangreiche Arbeit geleistet haben. Insgesamt sind in Nordrhein-Westfalen 68 Orte ausgewählt worden.
Die Auszeichnung hat das NaturGut unter anderem für das Kinder- und Jugendmuseum EnergieStadt erhalten, das den vielen jungen Besucherinnen und Besuchern den bewussten Umgang mit Energie verdeutlicht hat. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Informationskampagne "Klimaschutz - Jeder, jeden Tag!" mit zahlreichen Aktionsständen gewesen. Darüber hinaus hat das Team in den Leverkusener Jugendzentren sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen die Thematik nahegebracht. Darüber hinaus ist das NaturGut selbst Vorbild: Es ist das bundesweit erste CO2-neutrale Umweltinformationszentrum inklusive eines Bio-Bistros. Es sensibilisiert Erwachsene, Kinder und Jugendliche für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur und den Ressourcen.
Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn gratulierte persönlich zu der Auszeichnung. Die Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und die Deutsche Bank prämieren jährlich 365 herausragende Projekte und Ideen, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten.
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Energieteam hat sich gebildet
Die Stadt nimmt am European Energy Award (eea®) teil. Der eea® ist ein Qualitätsmanagementsystem und ein Zertifizierungsverfahren. Damit sollen die Klimaschutzaktivitäten erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft werden. Das Programm dient der Energieeinsparung, der effizienten Nutzung von Energie und der Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien in Kommunen. Zudem bietet es Entscheidungshilfen für Investitionen. Es wird von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Im Oktober 2009 hat sich die Stadt Leverkusen für den European Energy Award® beworben, ein Jahr später den Förderbescheid bekommen. Jetzt, im Juli 2011, startet der eea®-Prozess. Ein 19köpfiges Energieteam hat sich zusammengefunden. Dessen Aufgabe: die Energieeffizienz in städtischen Einrichtungen so zu erhöhen, dass Leverkusen mit dem European Energy Award® ausgezeichnet werden kann.
Dazu steht dem Team ein zertifizierter Energieberater zur Seite, außerdem Werkzeuge wie der Audit-Tool. Das ist ein Maßnahmenkatalog, der hilft, die durchgeführten Projekte strukturiert zu erfassen und zu bewerten.
Der Prozess beginnt mit einer "Ist-Analyse". Sie bildet die Grundlage, um die Projekte herauszufinden, die den höchsten Nutzen aufweisen und in das energiepolitische Arbeitsprogramm aufgenommen werden. Denn das ist der zweite Schritt. Aus der Ist-Analyse werden die energiepolitischen Ziele der Kommune formuliert. Diese münden in einen verbindlichen Projekt- und Maßnahmenkatalog mit entsprechender Prioritätensetzung für das jeweils kommende Jahr. Eine jährliche Erfolgskontrolle und Anpassung der Maßnahmen ist Teil des Verfahrens. Es ist zunächst für vier Jahre finanziert. Danach muss ein Folgeantrag auf Förderung gestellt werden.
Ist die erforderliche Punktzahl auf der Effizienz-Skala erreicht, kann die Zertifizierung beantragt werden. Mit 50 Prozent der Punkte (maximale Punktzahl: 500) erhält die Kommune den European Energy Award, mit 75 Prozent den European Energy Award GOLD. Die externe Bewertung findet alle drei Jahre statt.
Entscheidungshilfe für Investitionen
European Energy Award® bedeutet: Der Prozess der Zertifizierung und die Auszeichnung liefern aussagekräftige Kennzahlen und damit Entscheidungshilfen für Investitionen und Prioritäten auf dem Wege zur Energieeffizienz und Klimaschutz. Die Methode bietet eine fundierte Dokumentation der Tätigkeiten und gewährleistet die objektive und vergleichbare Betrachtung der erfolgreichen Projekte. Sie ist damit Basis eines interkommunalen Leistungsvergleichs und sichert europäische Standards.
Leverkusen wird mit rund 90 Prozent der Kosten für den jährlichen Programmbeitrag und die Kosten der Berater (insgesamt rund 33.800 Euro) vom Land gefördert. Die zehn Prozent Eigenanteil werden durch Sponsoring der Energieversorgung Leverkusen (EVL) aufgebracht.
Klimaschutzprogramm für die Stadt
Der Schutz des Klimas wird immer wichtiger. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung das "Integrierte Energie- und Klimaprogramm" (IEKP) ins Leben gerufen.
Auch auf kommunaler Ebene wird das Thema als zentrale Aufgabenstellung bewertet. Deshalb hat der Rat der Stadt Leverkusen in seiner Sitzung am 29. Juni 2009 mit breiter Mehrheit ein Klimaschutzprogramm beschlossen.
Am Positionspapier des Deutschen Städtetages orientiert, hat die Verwaltung ein solches Programm für Leverkusen formuliert. In diesem werden die bereits eingeleiteten Maßnahmen und Projekte vorgestellt. Dabei wurden die städtischen Gesellschaften genauso betrachtet wie die Kernverwaltung selbst.
So sind unter anderem folgende Schritte umgesetzt beziehungsweise noch geplant:
- Aufbau des Energiemanagements für städtische Liegenschaften
- Umsetzung von Klimaaspekten in Städte- und Bauleitplanung
- Überprüfung des Verbraucherverhaltens in der Stadtverwaltung
- Beratungsangebote an die Bürgerschaft (wie Informationen über Energiesparen in "armen" Haushalten, Schulungsangebote des NaturGuts Ophoven)
- Mobilitätsmanagement in der Region - Mobil im Rheinland
- Verbesserung der Abstellanlagen für Fahrräder
Weitere Informationen
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Link zum Klimaschutzprogramm Leverkusen, Teil 1
(3 MB, pdf)
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