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»Stadt gegen A1-Rastplatz«

Stadt ist gegen Rastanlagenplanung

Kartenausschnitt von Lützenkirchen und Steinbüchel, Foto: Stadt Leverkusen
Kartenausschnitt von Lützenkirchen und Steinbüchel, Foto: Stadt Leverkusen

Die Stadt Leverkusen wehrt sich gegen die Planungen des Landesbetriebs "StraßenNRW" in Leverkusen eine Tankstelle und einen Rastplatz an der Autobahn 1 mit jeweils 160 PKW- und 60 LKW-Parkplätzen zu errichten. In seinem Schreiben an die Autobahnbehörde vom 10. Januar listet Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn auf 17 Seiten zahlreiche Argumente dagegen auf. Auch kündigte er darin an, dass sich die Stadt mit allen ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln gegen den Bau zur Wehr setzen will. Darüber hinaus werde sie ihre betroffenen Grundstücke nicht freiwillig veräußern, so Buchhorn.

Auch der Stadtrat hatte am 12. Dezember 2011 einen einstimmigen Beschluss gefasst, nach dem sich die Stadt der Planung und Errichtung einer Tank- und Rastanlage widersetzen und - falls nötig - entsprechende rechtliche Verfahren einleiten solle.

Die Landesbehörde plant im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in Leverkusen die Errichtung eines Rastplatzes im Bürgerbusch oder bei Lützenkirchen und Steinbüchel im Bereich zwischen "Altenberger Straße" und "Bruchhausener Straße" und  "Huferweg"/"In der Wüste" und "Fester Weg"/"Albert-Schweitzer-Straße". Letzteren Standort favorisiert "StraßenNRW" derzeit. Ausgangspunkt für die Neubaupläne sind Untersuchungsergebnisse, wonach die Tank- und Rastanlagen Remscheid zu wenig Parkplätze für Lastwagen haben und eine Erweiterung dort an der topographischen Lage scheitert.

Flugbild über Lützenkirchen und Steinbüchel, Foto: Stadt Leverkusen
Flugbild über Lützenkirchen und Steinbüchel, Foto: Stadt Leverkusen

Die Stadt argumentiert in ihrem Schreiben, dass 45,5 % des Stadtgebiets bebaut und 12,9 % bereits Verkehrswege seien. Dazu kämen noch für die Einwohner Lärm- und Luftbelastungen durch drei Autobahnen, zwei Autobahnkreuze, drei Bahnlinien und durch die Einflugschneisen der Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf. Die Stadt liege "unter einem Lärmteppich" und bereits jetzt schon seien bereits rund 12.000 Einwohner dauerhaft nachts durch Straßenlärm von über 50 dB(A) betroffen. Diese Zahl würde durch eine Raststätte nahe des Wohnparks Steinbüchel noch weiter steigen, so Oberbürgermeister Buchhorn. Daher plädiert die Stadt für eine Gleichverteilung der Lärmlasten zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen und Wuppertal-Nord durch die Wahl eines Standortes außerhalb des Leverkusener Stadtgebiets. Darüber hinaus seien die vorhandenen Freiflächen auch Erholungsräume für die Bürger.

Die Stadtverwaltung verweist weiter auf den Flächennutzungsplan für Steinbüchel, dem die Autobahnbehörde ebenfalls zu wenig Beachtung schenke. Denn dort sei eine Bebauung mit bis zu 100 Wohneinheiten vorgesehen. Darüber hinaus liegt das naheliegende Wohngebiet teilweise nur 50 Meter von dem geplanten Rastplatz entfernt. Auch seien Faktoren des Arten-, Klima, Gewässerschutzes und der Lufthygiene viel zu wenig bis gar nicht von dem Landesbetrieb "StraßenNRW" in seinen Planungen für Leverkusen berücksichtigt worden. Stattdessen gäbe es bei der Methodik der Standortuntersuchung Mängel.

Oberbürgermeister Buchhorn forderte deshalb in seinem Schreiben die Autobahnbehörde auf, neue Systeme wie das telematisch gesteuerte LKW-Parken zu berücksichtigen. Hierbei werden Lastwagen nach ihren Abfahrtzeiten sortiert und geparkt. "Dadurch können auf der vorhandenen Fläche 40 bis 100 % mehr Fahrzeuge untergebracht werden", so der Leverkusener OB. Bezöge "StraßenNRW" dies mit in die Planungen ein, so würden auch kleinere Flächen als fünf Hektar außerhalb von Leverkusen für eine solche Rastanlage infrage kommen.

Das Schreiben von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn können Sie unten auf der Seite als PDF-Datei herunter laden.

Weitere Informationen

Die Argumente der Stadt gegen eine Autobahn-1-Raststätte auf Leverkusener Stadtgebiet