»Oberbürgermeister mit erster Bilanz «
100 Tage - fünf Fragen
Herr Buchhorn, Sie sind jetzt 100 Tage Oberbürgermeister. Was hat Sie an Ihrer neuen Aufgabe und Position am meisten überrascht?
Oberbürgermeister Buchhorn: Überrascht hat mich die Fülle der Termine. Langsam entspannt es sich, denn ich habe ja schon viele Menschen persönlich kennen gelernt. Aber am Anfang war es doch so, dass stündlich ein neuer Termin und eine neue Begegnung anstanden. Und da ich mich ja auf jeden einzelnen Menschen und seine Themen vorbereiten muss, erforderte das schon eine hohe Konzentration und Disziplin.
Eines Ihrer zentralen Anliegen ist die Förderung der Wirtschaft in unserer Stadt. Das ist sicher keine 100-Tage-Aufgabe. Wie wollen Sie das umsetzen?
Oberbürgermeister Buchhorn: Das will ich umsetzen, indem ich mich mit der ganzen Kraft meines Amtes dafür einsetze, dass die Rahmenbedingungen für Unternehmen noch weiter verbessert werden.
Allen Unternehmern möchte ich signalisieren, dass sie hier beste Standortbedingungen vorfinden und dass Leverkusen ein gutes Pflaster ist, um Ideen und Innovationen zu realisieren.
Genau zu diesem Zweck wurde die städtische Wirtschaftsförderung GmbH schon im November um einen Mitarbeiter verstärkt, der sich ausschließlich um die Bestandspflege kümmert. Ein weiterer mit dem Spezialgebiet "Innovative Werkstoffe" wird folgen, und mittelfristig möchte ich auch die Geschäftsführung der WFL durch einen hauptamtlichen Geschäftsführer wahrnehmen zu lassen.
Finanzen sichern, soziale Balance halten
Welche drei Dinge möchten Sie in diesem Jahr besonders voranbringen?
Oberbürgermeister Buchhorn: Gemeinsam mit der Politik muss ich die Konsolidierung des Haushalts voranbringen. Dies ist für mich gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern das oberste Gebot. Hier gilt es Prioritäten zu setzen. Auch Einschnitte werden nicht ausbleiben. Die Gesundung des Haushalts ist allerdings eine Aufgabe, die uns auf Jahre binden wird.
Als weitere wichtige Aufgabe sehe ich die Stärkung der Stadtteile an. Hier meine ich natürlich die City in Wiesdorf mit der neuen Rathausgalerie und Opladen, aber auch alle anderen Stadtteile. Was die neue bahnstadt opladen angeht, müssen wir im Dialog mit der Politik zu einer Lösung auch für den Westteil kommen. Ich möchte, dass der Westteil realisiert wird.
Ein weiterer ganz wichtiger Punkt ist für mich, dass die Entwicklung in der gesamten Stadt von sozialer Balance geprägt bleibt. Daher müssen wir uns die Situation in den einzelnen Stadtteilen genau ansehen. Der Zugang zu Bildung und Qualifikation muss insbesondere für junge Menschen noch besser gewährleistet werden. In diesem Zusammenhang ist für mich die weitere Umsetzung der Ganztagsoffensive an den Schulen und der Ausbau der Betreuung für die unter dreijährigen Kinder ein absolutes Muss. Wichtige weitere soziale Themen, für die ich mich engagieren will, bleiben die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sowie die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.
Stichwort "Bürgernähe": Auf welchen Wegen können sich die Bürgerinnen und Bürger an Sie wenden?
Oberbürgermeister Buchhorn: Ab dem späten Frühjahr werde ich eine mobile Bürgersprechstunde anbieten. Das heißt, ich besuche die einzelnen Stadtteile und rede vor Ort mit den Bürgerinnen und Bürgern. Darüber hinaus können natürlich auch Termine per Telefon vereinbart werden. Ich habe in jedem Fall ein offenes Ohr.
Ihnen steht auch noch eine besondere Premiere bevor: Der Rathaus-Sturm an Weiberfastnacht in den Wiesdorfer Luminaden. Sind Sie schon nervös? Und: Wie wird sich das Stadtoberhaupt gegen die Jecken verteidigen?
Oberbürgermeister Buchhorn: Nervös bin ich natürlich nicht, aber sehr gespannt. Ich habe mir sagen lassen, dass der Prinz auf die tollsten Ideen kommt, um an den Rathausschlüssel zu kommen. Aber ich bin gut vorbereitet und werde mich zu wehren wissen.














