»Hitdorfer Hafen«
Geprägt vom Rhein
Ein beliebtes Ausflugsziel am Rhein ist der Hitdorfer Hafen. Dort, wo heute Segel- und Motoryachten liegen, war einst ein für den gesamten Rhein bedeutender Umschlagplatz zur Verteilung von Waren und Güter aus dem Schiffsweg. Dessen Geschichte reicht zurück bis ins Mittelalter.
Geschichte und Wohlstand Leverkusen-Hitdorfs sind geprägt vom Rhein: Eine mächtige Kiesbank vor "Hutdorp", dem heutigen Hitdorf, schuf eine natürliche Barriere im Fluß. Im Mittelalter hatte die Kiesbank zur Folge, daß in Hitdorf rheinaufwärtsfahrende Schiffe ausgeladen werden mussten, um sie über diese Strombarriere zu bringen. Über viele Jahrhunderte sollte er gleichbedeutend mit dem Kölner und dem Düsseldorfer Hafen sein.
Wirtschaftliche Blütezeit
In Hitdorf kreuzten sich seit jeher auch alte Handelsswege. Durch die Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert nahm der Gütertransport und der Umschlag im Hafen immer mehr zu. Dies war die Blütezeit des Hafens und in dieser Zeit fanden mehr als 200 Menschen dort Arbeit.
Die Hafennähe lockte zudem Fabrikanten nach Hitdorf, die Tabakfabrik Dorff 1765, die Streichholzfabrik 1841 oder die Zigarrenfabrik Cremer 1878. Noch heute zeugt das Haus Dorff (Langenfelder Straße 3) vom Reichtum seines damaligen Besitzers. Auch das Anwesen Nees-Caspers (Rheinstraße 54) ist ein Dokument der wirtschaftlichen Blüte Hitdorfs. Im Kontrast dazu stehen die ehemaligen Häuser der Fischer (Rheinstraße 66/66a) und Tagelöhner (Siedlung an der Stromstraße).
Einen ersten wirtschaftlichen Rückgang verzeichnete der Hafen um 1825, als die ersten Dampfschiffe den Rhein befuhren. Die "Hitdorfer Platte" wurde zum Hindernis für die Dampfschiffe, so daß die Kiesbank abgebaut wurde. Viele der Schiffe steuerten seitdem an Hitdorf vorbei. Als 1845 die Köln-Mindener und 1867 die Bergisch-Märkische Eisenbahnlinien in Betrieb gingen, war der Rückgang des Güterumschlags im Hafen noch gravierender. Die Zeit des Hafens schien abgelaufen. Kurzzeitig, in den Jahren 1852-57, wurde der Hafen auch als Auswanderungshafen nach Amerika genutzt. Hunderte Menschen aus dem Bergischen Land, insbesondere Solinger und Leichlinger schifften sich in Hitdorf ein. Einen neuen Aufschwung erfuhr der Hafen durch die elektrische Kleinbahn, die 1909 von Langenfeld über Monheim nach Hitdorf gebaut wurde.
Neue Zeit als Sporthafen
Ein Jahr später wurde erstmals eine Kaianlage, die Werft, mit einem elektrischen Kran errichtet. Der Hafen war in dieser Zeit für die aufstrebende Wirtschaft in der Region unverzichtbar. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Pioniereinheiten der Wehrmacht hierhin verlegt. Am Ende des Krieges lagen zehn versenkte Schiffe im Hitdorfer Hafen. Spätestens in der 70er Jahren konnte der Hafen gegen die anderen Transportmittel wie LKW und Bahn und gegen die anderen Rheinhäfen nicht mehr konkurrieren. Seine Ära als Industriehafen und Umschlagplatz ging entgültig zu Ende. Seit 1975 ist der Hitdorfer Hafen ein Sporthafen mit zwei Yacht-Clubs.
Fähre mit langer Tradition
Viele Ausflügler, aber auch Autofahrer, nutzen heute noch die Fähre, um den Rhein zwischen Leverkusen-Hitdorf und Köln-Langel zu queren.
Über einen Zeitraum von mehr als 400 Jahren lässt sich die Geschichte der Hitdorfer Fähren zurückverfolgen. Durch die Kiesbank, die "Hitdorfer Platte", war das Übersetzen von einer auf die andere Seite des Stroms weniger gefährlich als an anderen Stellen des Rheins. Der Bergische Handelsweg führte nach Hitdorf. Von hier aus ging er über die Fähre auf dem Köln-Neusser Handelsweg ins Jülicher Land und weiter nach Belgien und Holland. So verband die Hitdorfer Fähre diese wichtigen, großen Wirtschaftsräume. Zu jeder Tageszeit standen den Handelsleuten Fähren zur Verfügung.
Nach dem ersten Weltkrieg nahm 1930 eine Motor-Großfähre ihren Betrieb in Hitdorf auf. Sie war damals die größte und modernste Fähre auf dem Rhein. Als 1945 die amerikanischen Streitkräfte kurz vor dem Rhein standen, wurde die Fähre von der deutschen Wehrmacht auf Hitdorfer Seite versenkt. Schon Anfang 1946 wurde sie gehoben und wieder eingesetzt.
1962 wurde die Fähre "Fritz Middelanis", damals wiederum das größte und modernste Fährschiff auf dem Rhein, in Hitdorf in den Dienst gestellt. Bis zum heutigen Tage ist sie noch im Einsatz.
Weitere Informationen
Fährbetrieb
Aktuell: Wegen des steigenden Rheinpegels sind die geplanten Wartungsarbeiten verschoben. Die Fähre bleibt in Betrieb. Informationen unter www.hgk.de
- Fahrplan:
1. April bis 30. September:
montags bis freitags 06:00 Uhr bis 20:15 Uhr
samstags, sonntags und feiertags 09:00 Uhr bis 20:15 Uhr
Endfahrt Hitdorf/Langel: 20:15 Uhr
März und Oktober:
montags bis freitags 06:00 Uhr bis 19:30 Uhr
samstags, 09:00 Uhr bis 19:30 Uhr
sonntags und feiertags 10:00 Uhr bis 19:30 Uhr
Endfahrt Hitdorf/Langel: 19:30 Uhr
1. November bis 28./29. Februar:
montags bis freitags 06:00 Uhr bis 19:30 Uhr
samstags 09:00 Uhr bis 18:30 Uhr
sonntags und feiertags 11:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Endfahrt Hitdorf/Langel montags bis freitags: 19.30 Uhr
Endfahrt Hitdorf/Langel samstags, sontags und feiertags: 18:30 Uhr
Alle Infos ohne Gewähr!
Bei einem bestimmten Hochwasser-Pegel wird der Fährbetrieb eingestellt.
Bitte beachten Sie entsprechende Hinweise.
Weitere Info:
Fähre mobil: 0178/8323473
Adresse:
HGK AG Häfen und Güterverkehr Köln
Harry-Blum-Platz 2
50678 Köln
Tel.: (0221) 390-0
Weitere Informationen hier.
Busverbindung: Linien 233, 244, 253, Haltestelle "Fährstraße"
