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»Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer «

Industriemuseum und Kulturzentrum

Die Fabrik um 1875
Die Fabrik um 1875
Bild: Förderverein Sensenhammer

Dem Besucher der ehemaligen Sensenfabrik bietet sich das Bild eines weitläufigen, mitten im Grünen liegenden vollständig erhaltenen Fabrikensembles des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Zur Fabrik gehören, neben den Schmiede- und Hammerwerksgebäuden auch die historische Wasserkraft- und Stromerzeugungsanlage mit Stauteich, Wasserturbinen, Kraftwerk und Transmission. Hinzu kommen die  ehemaligen Arbeiterwohnhäuser und die Fabrikantenvillen mit Landschaftsgarten und der Taubenturm.

Sensen und Sicheln

Arbeiter am Hammer um 1934
Arbeit am Hammer (1934)
Bild: Förderverein Sensenhammer

Die alte Sensenfabrik ist weit mehr als nur ein architektonisches Zeugnis aus dem 19. Jahrhundert. Die weiträumige Anlage im grünen "Freudenthal" erlaubt einen mustergültigen Einblick in die Gesellschaftsstruktur der ersten Gründerzeit.

Es lässt sich beispielhaft die Sozialstruktur Deutschlands in den vergangenen 200 Jahren illustrieren. Mehr noch: Im Geschäft mit Sensen und Sicheln spiegeln sich die dramatischen Umwälzungen eines traditionell agrarischen Raumes während der industriellen Revolution. Gut ablesbar ist das historische Nebeneinander von Arbeiter- und Unternehmerwohnen, handwerklichem Arbeiten und historischen Produktionsweisen sowie der regenerativen Wasserkraftnutzung, die Standortgrundlage war und ist.

1991 wurde der "Sensenhammer" im Rahmen eines Pilotprojekts der Europäischen Gemeinschaft als Kulturerbe gewürdigt. Er ist ein Schutzgut der Denkmalpflege.


Führungen und Ausstellung

Der Sensenhammer heute mit Außenanlagen
Der Sensenhammer heute
mit Außenanlagen
Bild: Förderverein Sensenhammer 

An Vorführtagen werden von Mitgliedern des "Förderverein Freudenthaler Sensenhammer" die gewaltigen Transmissionen und Schmiedehämmer in Betrieb gesetzt, die fauchenden Schmiedeöfen gezündet. Die Besucher erhalten einen sehr anschaulichen Eindruck von der schweren und vielfältigen Arbeits- und Lebenswelt ihrer Vorfahren.

Eine Ausstellung zur Kulturgeschichte der Sense und Sichel, der Bau- und Werksgeschichte sowie die Darstellung historischer Handwerks- und Herstellungstechnologien ergänzen dieses Angebot.

Darüberhinaus bietet das Industriemuseum auch Schmiedekurse, Workshops, Geschichts- und Kunstausstellungen an. Die große Schmiedehalle bildet zudem ein ideales Ambiente für Ausstellungen, Theater-, Tanz- und Konzertveranstaltungen.

Weitere Informationen

Geschichtliches
Die historische Fabrik geht auf eine Gewerbeansiedlung aus dem späten 18. Jahrhundert zurück und stellte als "Freudenthaler Sensenfabrik H. P. Kuhlmann Söhne" zwischen 1835 und 1987 landwirtschaftliche Schneidgeräte her. Eine "Erfolgsgeschichte", hatte die Unternehmung doch am Vorabend des Ersten Weltkrieges weit mehr als 70 Beschäftigte und ein Produktionsvolumen von mehr als 200 000 Sensen pro Jahr.

Die beginnende Mechanisierung der Landwirtschaft und eine zunehmende Konkurrenz aus so genannten Drittländern sorgte in der Folge für immer größere wirtschaftliche Schwierigkeiten und zu einem dramatischen Rückgang der Produktion.

1987 stellte der größte und am Ende auch letzte Betrieb dieser Art im gesamten Rheinland seine Produktion ein. Gebäude und Anlagen versanken für knapp ein Jahrzehnt in einen "Dornröschenschlaf". Wiedererweckt und in einen betriebsfähigen Zustand gebracht wurde das Fabrikensemble von dem 1991 gegründeten Förderverein "Freudenthaler Sensenhammer e.V.".