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Schlosspark Neugestaltung

Siegerentwurf: Park des 21. Jahrhunderts

Der Wettbewerb um die Neugestaltung des Parks von Schloss Morsbroich ist entschieden: Die Jury kürte einstimmig die "POLA Landschaftsarchitekten GmbH" aus Berlin zum Sieger. Mit dem Entwurf erhalte, so die Jury, der Ort eine wohltuende neue Spannung.

Rat: Mehrheit für Parkplatz

Am 25. Juni 2020 hat der Rat der Stadt der Entscheidung des Hauptschusses zum Bau des Parkplatzes zugestimmt. Dieser beinhaltet, 50 neue Parkplätze am Rand des Schlossparks innerhalb des rechtsgültigen Landschaftsschutzgebietes anzulegen.
Die Verwaltung hatte diese Entscheidung wegen Rechtsverletzung beanstandet. Auf Grundlage einer rechtsgutachterlichen Stellungnahme hat sie dem Rat empfohlen, seine Genehmigung aufzuheben.

Dem folgte der Rat in seiner Sitzung am 24. August 2020 mehrheitlich nicht. Die Zustimmung zum Parkplatzbau wurde mit 24 Ja-Stimmen bei 18-Nein-Stimmen bekräftigt, wobei die Fläche dafür in rechtzulässiger Weise von den Bestimmungen des Landschaftsschutzes befreit werden soll.
Der Beschluss wird der Bezirksregierung als zuständiger Aufsichtsbehörde zur Prüfung und Entscheidung vorgelegt.
Infos dazu im Ratsinformationssystem

Ausschuss: einstimmig für Entwurf

Der Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am 23. April 2020 eine Reihe von Dringlichkeits-Entscheidungen getroffen.
Thema war auch die Umgestaltung rund um das Schloss Morsbroich. Drei Dinge standen zur Abstimmung:
Einstimmig hat der Ausschuss dem Sieger des Wettbewerbs zur Umgestaltung des äußeren Schlossparks den Zuschlag zur Verwirklichung seiner Planung gegeben.
Das heißt: Die POLA Landschaftsarchitekten GmbH aus Berlin, die mit ihrem Entwurf Erster im Wettbewerb geworden war, wird nun mit der weiteren Planung inklusive Ausführungsplanung beauftragt. Diese Planung ist dann Grundlage für den Umbau des Areals.   

Einstimmig auch die Ablehnung der sogenannten „Parkpalette“, das heißt einer Aufstockung des jetzigen Parkplatzes am Schloss.

Knapp fiel dann die dritte Entscheidung,für den Bürgerantrag des Museumsvereins Schloss Morsbroich aus: Mit Neun Ja-Stimmen bei acht Nein-Stimmen befürwortete eine knappe Mehrheit den Vorschlag, einen neuen Parkplatz mit 50 Stellplätzen am Rand des Schlossparks ergänzend einzurichten.
Wie bekannt ist dieser Vorschlag ein Teil des vom Verein entwickelten, umfangreichen Konzeptes für die Zukunftssicherung des Schlosses.

Preisgericht: Entscheidung

Das Preisgericht hatte am 28. Februar 2020 insgesamt fünf Arbeiten beurteilt. Neben dem ersten Preis wurden zwei dritte Preise vergeben. Sie gingen an die beiden Landschaftsarchitekten-Unternehmen "Club L94" und "Lill + Sparla", beide aus Köln. Die Entscheidungen fielen einstimmig.

"Mit dieser konkreten Grundlage für eine Neugestaltung des Parkgeländes ist ein wichtiger Schritt getan, das Museum und seine Anlagen als Ort zu empfehlen, den Kunstinteressierte gezielt ansteuern, der aber auch seine Funktion als Treffpunkt und Naherholungsbereich für die Leverkusenerinnen und Leverkusener neu definiert", bewertet Oberbürgermeister Uwe Richrath die Entscheidung.

Alle Arbeiten wurden anonym beurteilt. In der Wertung zum Sieger-Entwurf heißt es: "Mit der Idee, den Landschaftspark zu einem sehr naturnahen Landschaftsraum zu entwickeln und diesem eine neue, zeitgenössische Ebene mit definierten, eher formalen Gartenräume und Lichtungen entgegen zu setzen, erhält der Ort eine wohltuende neue Spannung."

Der Entwurf zeigt verschiedene Lichtungen mit konkreten Funktionen: eine "Spiel- und Bewegungslichtung", eine "Picknick- und Relaxlichtung", eine "Kunst und Do I Yourself Lichtung" eine "Labyrinth Lichtung" und eine "Parkarena". Im Kontrast dazu steht der Park. Im Gewinnerentwurf heißt es: "Wir überlassen den Park – ähnlich dem Ansatz mit dem Umgang der großen alten Bäume – fast sich selbst."
So entstehe im Sinne der Nachhaltigkeit und der aktuellen Debatte um die Klimakatastrophe aus dem Park des 19. Jahrhunderts ein zeitgenössischer, gesellschaftlich relevanter Park des 21. Jahrhunderts.

Eine Ausstellung im fünften Obergeschoss des Rathauses zeigte alle Wettbewerbsbeiträge.

Förder-Projekt Städtebau

Der Wettbewerb war mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung im Schloss Morsbroich Ende Oktober letzten Jahres gestartet. Bürger brachten ihre Anregungen und Ideen zur neuen Gestaltung ein. Grundlage war die Projektskizze "Revitalisierung der Parkanlage von Schloss Morsbroich". Damit hatte sich die Stadt erfolgreich um Fördermittel aus dem Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" beworben. Ziel des Wettbewerbs: Die Projektskizze durch die eingereichten und ausgezeichneten Entwürfe weiter auszuformen.

Der Siegerentwurf wird nun in den politischen Gremien beraten und darüber entschieden. Erst wenn im Anschluss daran die konkrete Planung vorliegt, kann der entsprechende Baubeschluss gefasst werden.
Die Erarbeitung des Entwurfs ist wichtig, damit beim Fördergeldgeber eine aus der Planung entwickelte qualifizierte Kostenberechnung nachgereicht werden kann. Der Schlosspark Morsbroich ist eines von 35 ausgewählten "Nationalen Projekten des Städtebaus 2018/19". Er wird mit 1,08 Millionen Euro vom Bund (90 Prozent der Gesamtkosten) gefördert.

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