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Jubiläumsgala für das Forum

Jubiläumsgala für das Forum

"Wo bleiben Sie denn? Sie haben den ersten Preis gemacht!"

Am Samstagabend feierte die KulturStadtLev im Terrassensaal mit einer Gala die Eröffnung der Jubiläumssaison. Nach einem Sektempfang im Foyer ließ Moderator Oli Materlik auf der Bühne mit Talkgästen die Geschichte des Forums Revue passieren. Eingerahmt wurden die Gesprächsrunden von Swing-Musik und Einlagen des Improvisationstheaters "Die Frizzles", aber auch von Video-Einspielungen, wie zu den weltberühmten "Leverkusener Jazztagen". 

Forum einmalig in Deutschland

Im Mittelpunkt stand der 91jährige Architekt des Forums, Ulrich von Altenstadt: Inspiriert von der Musik von Hector Berlioz habe er seine Wettbewerbs-Pläne für das Forum entworfen und bei der Stadt Leverkusen eingereicht. Danach sei er für vier Wochen nach Griechenland gereist. Als er dann nach Hause kam, habe das Telefon geklingelt: "Wo bleiben Sie denn? Sie haben den ersten Preis gemacht!" Das Forum mit seinem Kulturkonzept bezeichnet von Altenstadt als nach wie vor einmalig für Deutschland. "Es hat mir schön Geld und Ruhm eingebracht", stellt er fest. Alt-Oberbürgermeister Erwin Küchler bedauerte, dass die schon vor 50 Jahren geplante Erweiterung des Forums bis heute nicht realisiert wurde: "Das Modell steht seit 50 Jahren hier im Foyer des Forums". Man müsse der Kultur wieder mehr Platz einräumen.

Lob der Akustik und Schönheit

Künstler, Musiker, Karnevalisten und Kulturmanager, darunter die Leverkusener Eigengewächse Ralf Schmitz und Höhner-Frontmann Henning Krautmacher, aber auch der langjährige Leiter der Bayer-Kultur, Nikolas Kerkenrath, lobten einmütig die Konzeption der Säle und ihre exzellente Akustik. Über den großen Saal sagte Kerkenrath: "Es gibt wenige Konzertsäle in der Welt, die so fotogen sind." 

Provokationen und 82 Weihnachtskonzerte

Spätestens mit Wilfried Schmickler persönlichen 70-er-Jahre Erinnerungen an das Forum ("Für uns war das der Tempel der Kulturbourgeoisie") wurde deutlich, dass zum Forum auch schon immer die Provokation gehörte. Die 1000 Kinder und Jugendlichen, die in 82 Weihnachtskonzerten im Forum gesungen hätten, seien alles andere als Hochkultur gewesen, konterte aus dem Publikum das Ehepaar Schlechtriem als verantwortliche Chorleiter. Architekt von Altenstadt erinnerte an eine Theateraufführung von Peter Handkes "Kaspar". Schon nach zehn Minuten hätten die ersten Besucher türenschlagend den Saal verlassen. Eine große Aufgabe für das Forum sehe er deshalb auch in Zukunft darin, den Bürgern künstlerische Absichten zu erklären. Dass die Stadt mit ihrem Forum auch in Zukunft für die Bürgerschaft die gesamte Bandbreite von Kunst, Kultur, Tanz und Musik abbilden werde, unterstrich OB Uwe Richrath in seinem Grußwort. 

"8000 Überstunden - ich möchte keine missen"

Dass sie ihre Kultur-Aufgabe im Forum auch weiterhin mit Freude ausfüllen werde, machte Biggi Hürtgen, Leiterin der KulturStadtLev, deutlich. Nicht nur ihr, sondern auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forums, sprachen alle Gesprächspartner - über die Jahrzehnte hinweg - ein großes Lob für ihre Professionalität und ihr Engagement aus.

Welche Herzensangelegenheit das Forum für viele bedeutet, machte ein ehemaliger Mitarbeiter deutlich. Er hatte der Forum-Leitung vor wenigen Wochen seine persönliche Sammlung mit historischen Programmheften und Fotografien geschenkt. Aus dem Publikum heraus sagte er: "Ich habe 8000 Überstunden gemacht und möchte keine davon missen." 

Tanz zum Abschluss

Der Jubiläumsabend klang danach mit Tanz aus. 

 

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