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Stolperstein in Schlebusch verlegt

Erster Stolperstein in Schlebusch verlegt

In Leverkusen wurde im Februar 2019 der inzwischen 34. Stolperstein verlegt. Er erinnert in Schlebusch an den 1942 von den Nationalsozialisten ermordeteten ehemaligen Schlebuscher Gemeindevertreter Franz Kail. Mittlerweile wurden in 24 europäischen Ländern mehr als 70.000 dieser Erinnerungssteine verlegt. Sie sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig.

In der einstigen Sandstraße 16, der heutigen Straße "Am Scherfenbrand 16", erinnert jetzt ein Stolperstein an das Leben und Sterben von Franz Kail.

Der gelernte Sensenschmied hatte sich nach Ende des ersten Weltkriegs in der Gewerkschaftsbewegung und in der kommunistischen Partei engagiert. Er wirkte als Gemeindevertreter in der damals noch selbständigen Gemeinde Schlebusch. Seit 1933 wurde er mehrfach verhaftet.

In der Sandstraße hatte er bis 1938 gewohnt. Dann gelang ihm die Flucht nach Holland. 1941 wurde er auch dort verhaftet und nach Deutschland zurückgebracht. Im KZ Sachsenhausen erlag er am 12. März 1942 den dort erlittenen Misshandlungen.

Ärzte wollen Erinnerungskultur wachhalten

An der Verlegung des Stolpersteins nahmen viele Interessierte, darunter auch Schülerinnen und Schüler eines Geschichtskurses vom Landrat-Lucas-Gymnasium und Vertreter der Leverkusener Parteien, teil. Dr. Thomas Block, der die Verlegung des Stolpersteins mit seinen ärztlichen Kollegen Simon, Schwarz, Eisenbach, Agic initiiert hatte, betonte, dass sie damit ein Zeichen für die Kultur der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus setzen wollten - dies sei gerade in der heutigen Zeit aktueller denn je. Die anwesenden Schüler erinnerten an das Leben von Franz Kail. Sie wiesen darauf hin, dass sie die in Opladen verlegten Stolpersteine seit drei Jahren regelmäßig putzen, damit sie "glänzen" und so die Erinnerung an die Opfer sichtbar bleibt.

Oberbürgermeister Uwe Richrath und der Bundestagesabgeordnete Karl Lauterbach dankten allen Beteiligten, insbesondere auch der Jugend, für ihr Engagement. Laut einer Umfrage könnten heute 40 Prozent der Kinder in Deutschland nichts mit dem Begriff "Holocaust" anfangen, mahnte Lauterbach.

Lokaler Ansprechpartner: Stadtarchiv Leverkusen

Stolpersteine verlegt Gunter Demnig nur in Absprache mit den Stadtarchiven bzw. Historikern der jeweiligen Städte und Gemeinden.  Diese recherchieren im Vorfeld den Lebensweg der betroffenen Person, an die mit einem Stolperstein erinnert werden soll. Ansprechpartner in Leverkusen ist daher die Leitung des Stadtarchivs der Stadt Leverkusen, weitere Infos siehe unter "Kontakt".

 

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