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Brand in Bürrig

Unglück in Entsorgungsanlage des Chemparks

Am Dienstag, 27. Juli, kam es zum Brand eines Tanklagers im Entsorgungszentrum des Chemparks. Ingesamt sind sieben Menschen bei dem Unglück ums Leben gekommen. 31 Mitarbeiter wurden verletzt.
Ein Zwischenbericht der Bezirksregierung vermutet als Ursache eine chemische Reaktion des Abfalls. Temperaturanstieg als Folge führte zu einem rapide steigenden Überdruck im Tank. Dieser Überdruck konnte nicht mehr abgebaut werden. Es kam zur Explosion und danach zum Brand. Eine weitere Untersuchung erhärtet diese Ursache.

22. September: Zweiter Bericht erhärtet Ursache

Der mit der Untersuchung des Explosionsereignisses am 27.07.2021 im Entsorgungszentrum Bürrig der Firma Currenta beauftragte Sachverständige hat den zweiten Zwischenbericht vorgelegt, der sich hauptsächlich mit experimentellen Untersuchungen des Abfalls, der im explodierten Tank gelagert wurde, befasst.
Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen wird die im ersten Zwischenbericht vermutete Ursache für die Explosion weiter erhärtet.

Danach soll eine chemische Reaktion des Abfalls mit zunehmender Temperatur zu einem rapide ansteigenden Überdruck im Lagertank geführt haben, der trotz der vorhandenen Sicherheitssysteme des Tanks nicht mehr abgebaut werden konnte.

Durch experimentelle Untersuchungen, die vom Gutachter in Auftrag gegeben wurden, wäre hiermit die Selbsterwärmung des Abfalls verbunden mit einem Druckanstieg bestätigt. Ebenso wie eine sich selbst beschleunigende Reaktion. Danach fände der größte Temperatur- und Druckanstieg innerhalb der letzten Viertelsekunde statt und führte zu einem explosionsartigen Zerplatzen der Messzelle.
Damit wäre bestätigt, dass der Abfall in Bürrig oberhalb der Selbsterwärmungstemperatur gelagert und so die Reaktion in Gang gesetzt wurde. Bereits in der Vergangenheit wurde dieser Abfall der Firma Agricultural Solutions A/S aus Dänemark in anderen europäischen Anlagen verbrannt und hat nach Erkenntnissen der Bezirksregierung Köln dort keine Unfälle verursacht.

Bevor endgültige Schlussfolgerungen aus dem Ereignis und den daraus folgenden Konsequenzen gezogen werden können, müssen weitere Untersuchungen des Sachverständigen abgewartet werden.

Quelle: Pressemitteilung der Bezirksregierung Köln vom 22. September 2021  

30. August: Bezirksregierung zur Ursache

In einer Pressemitteilung informiert die Bezirksregierung Köln über Ergebnisse eines ersten Zwischenberichts zur Ursache des Brandes:  

"Der mit der Untersuchung des Explosionsereignisses am 27.07.2021 im Entsorgungszentrum Bürrig der Firma Currenta beauftragte Sachverständige hat einen ersten Zwischenbericht vorgelegt, der sich ausschließlich mit der Ermittlung der Brand- und Explosionsursache befasst.

Demnach hat vermutlich eine chemische Reaktion des Abfalls mit zunehmender Temperatur zu einem rapide ansteigenden Überdruck im Lagertank geführt, der trotz der vorhandenen Sicherheitssysteme des Tanks nicht mehr abgebaut werden konnte.

Dem Zerplatzen des Tanks folgte dann wahrscheinlich eine Zündung der entstandenen Explosionswolke und dadurch der anschließende Brand im Entsorgungszentrum. Die Bezirksregierung Köln hatte nach dem Ereignis eine sicherheitstechnische Prüfung angeordnet.

Bevor endgültige Schlussfolgerungen aus dem Ereignis und den daraus folgenden Konsequenzen gezogen werden können, müssen weitere Untersuchungen des Sachverständigen abgewartet werden. Zur Möglichkeit der Veröffentlichung des Zwischenberichts laufen Abstimmungen mit der Staatsanwaltschaft (zum laufenden Verfahren) sowie mit der Firma Currenta (in Hinblick auf die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse)."

Die Bezirksregierung Köln ist die zuständige Aufsichtsbehörde für Leverkusen. 

28. August: Stadt gedenkt der Opfer

Die Stadt gedenkt der Opfer des Unglücks im Entsorgungszentrum am Samstag, 28. August, ab 11 Uhr bei einer Gedenkstunde im Neuland-Park. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen. Ort ist die Sparkassen-Arena im Park. Sie bietet Platz für rund 400 Teilnehmende. Der Rat der Religionen wird die Andacht mitgestalten.
Mehr dazu in der Pressemitteilung der Stadt.

Currenta: Seite zum Unglück

Das Unternehmen Currenta hat eine Internetseite zum Unglück online geschaltet. Sie bietet aktuelle Informationen, eine Darstellung zum Hergang und beschreibt die Aktivitäten des Unternehmens im Rahmen der Aufarbeitung des Brandes. Das Unternehmen betreibt den Chempark. Mit der Internetseite möchte es zur Aufklärung des Unglücks und zu einer offenen Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern beitragen.   
Der Link zur Seite: www.currenta-info-buerrig.de

5. August: Pflanzen- und Bodenproben ebenfalls unauffällig

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat mitgeteilt, dass die abschließenden Analyse-Ergebnisse der entnommenen Pflanzen- und Bodenproben vorliegen.

Im Rahmen des Screenings wurden Pflanzen- und Bodenproben aus der näheren Umgebung des Brandereignisses auf über 450 verschiedene Bestandteile von Agrarchemikalien untersucht. Die Analysen ergaben keine relevanten Konzentrationen und keinerlei Grenzwertüberschreitungen.

Auf Grund der Gesamtlage geht das LANUV derzeit von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass es außerhalb des Werksgeländes nicht zu einem Stoffeintrag kam.

Die seit der vergangenen Woche aufrechterhaltenen Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge können damit aufgehoben werden.

Für die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Stadtteile, die in der Windrichtung der Explosionswolke lagen (Bürrig, Opladen, Küppersteg, Quettingen, Lützenkirchen und Rheindorf) bedeuten die Ergebnisse, dass die bisher dort geltenden Vorsichtsmaßnahmen aufgehoben werden.

Folgende Empfehlungen des LANUV sollten dennoch beherzigt werden:

  • Obst und Gemüse kann verzehrt werden, wenn es vorher gut abgewaschen oder geschält wird.
  • Wasser aus Regentonnen sollte vorsorglich in der Kanalisation entsorgt; das Wasser in Swimmingpools sollte ausgetauscht oder komplett durchgefiltert werden.
  • Verschmutzte Gegenstände und Flächen in den Außenbereichen können mit viel Wasser und einem haushaltsüblichen Spülmittel selbst gereinigt werden. Dabei bitte Handschuhe (z.B. Einmalhandschuhe) tragen, da die Rußpartikel sehr sauer waren. Diese sowie Reinigungstücher können anschließend über den Restmüll entsorgt werden.

Die Stadt hat die Spielplätze, sowohl in den öffentlichen Anlagen als auch in Kindergärten, sowie die Außenanlagen von Schulen kontrolliert. Verunreinigungen durch Ruß wurden an Currenta gemeldet. Currenta wird bei den betroffenen Flächen nach Begutachtung und entsprechendem Bedarf einen Sandaustausch veranlassen.

Verschmutzungen an Spielgeräten werden ebenfalls von Currenta bzw. von durch Currenta beauftragte Fachfirmen entfernt. Spielplätze, die vorsorglich gesperrt wurden, wo aber keine Rußniederschläge gefunden wurden, werden wieder geöffnet.

Bürgerinnen und Bürger, die Verschmutzungen auf ihren Grundstücken fachgerecht beseitigten lassen möchten, können sich weiterhin an die Hotline von Currenta wenden: 0214-260 599 333.

Pressemitteilung des LANUV unter folgendem Link: Pflanzen- und Bodenproben ebenfalls unauffaellig

30. Juli: Erste Ergebnisse: keine auffälligen Dioxin-Werte

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat der Stadt heute die Analyse-Ergebnisse der untersuchten Niederschläge mitgeteilt. Die untersuchten Proben der Ruß-Niederschläge weisen demnach keine auffällige Schadstoffkonzentration an Dioxinen, Furanen, Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auf.

Um alle Risiken ausschließen zu können, wird das LANUV noch weitere Untersuchungen von Boden- und Pflanzenproben und anderem im Stadtgebiet vorzunehmen und sie vorsorglich auf mögliche Schadstoffe aus der Explosionswolke  untersuchen. Deswegen können die Maßnahmen zur Gesundheits-Vorsorge noch nicht aufgehoben werden.

Das von den Partikel-Niederschlägen betroffene Gebiet umfasst nach bisherigen Erkenntnissen die in der Windrichtung der Explosionswolke gelegenen Stadtteile Bürrig, Opladen, Küppersteg, Quettingen und Lützenkirchen. Da zu Beginn des Brandereignisses auch Rheindorf kurzzeitig in der Windrichtung lag, gelten die Maßnahmen auch dort. Partikelniederschläge wurden auch aus Teilen von Leichlingen, sowie Solingen, Burscheid, Wermelskirchen und Odenthal gemeldet.

Der Bericht des LANUV wurde jetzt mit der Pressemitteilung des Landesamtes veröffentlicht (siehe Link-Box, rechts)

Trauer in Leverkusen: Als Ausdruck der Anteilnahme hat Oberbürgermeister Uwe Richrath Trauerbeflaggung setzen lassen: Die Fahnen sind auf Halbmast bis zum Freitag am Rathaus in Wiesdorf, am Goetheplatz und am Stadtarchiv in Opladen.

Vielen Dank fürs Teilen

Trauerbeflaggung am Rathaus: Anteilnahme mit den Opfern und deren Familien
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