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Fahrradstadt Amsterdam

Beispiel Fahrradstadt Amsterdam

Aktuell erstellt die Stadt Leverkusen im Bau- und Planungsdezernat das "Mobilitätskonzept 2030+". Es soll Antworten auf die Frage geben, auf welchen Wegen die Leverkusener in Zukunft klima- und umweltgerecht, aber auch möglichst flexibel und schnell von A nach B kommen.

Gutes Miteinander in Amsterdam

"70 Prozent aller Wege legen die Amsterdamer mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurück", diese Zahl nannte Dirk de Jager, Bezirksvorsteher des 90.000 Einwohner starken Stadtteils Zuidoost, in der vergangenen Woche einer Gruppe aus Leverkusen. Oberbürgermeister Uwe Richrath war mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, darunter Bau- und Planungsdezernentin Andrea Deppe und Umweltdezernent Alexander Lünenbach, zu einem intensiven Informationsbesuch angereist: Sechs Gespräche mit niederländischen (Rad)-Verkehrsplanern, Politikern und Unternehmern und eine 90 Minuten lange geführte Radtour durch den Amsterdamer Stadtteil Zuidas gehörten zum Programm.

Umbau nur mit den Bürgern zusammen

Mit "Vorher-Nachher-Fotografien" von Amsterdams Straßen seit den 1970er Jahren wurde deutlich, wie massiv sich das Stadtbild seitdem verändert hat: weg von Straßen, in denen das Auto vorherrscht, hin zu Straßen, in denen Radfahrer und Fußgänger ihren sicheren und deutlich gekennzeichneten Platz neben dem Auto haben. "Wir sind von einer auto-orientierten zu einer nachhaltigen Stadt geworden", so de Jager.

Dass ein solcher Wandel viel Zeit, Geduld und Diskussionen erfordert und dass er nur funktioniert, wenn er von den Bürgern mitgetragen wird, betonten alle niederländischen Gesprächspartner.

Radtour über sichere City-Straßen

Die Begegnung mit den Mobilitäts-Experten - so auch mit einem Unternehmer, der Ladesäulen für E-Autos produziert - wurde durch das Leverkusener Baudezernat über "Smart City" organisiert: einer Amsterdamer Organisation, die im Jahr über 100 internationale Delegationen empfängt. 

Die Verkehrsplanerin Marjolein de Lange führte in einer Radtour durch Straßen mit klar abgegrenzten, breiten und daher sicheren Fahrradspuren, über Grachten-Brücken, die nur für Radfahrer und Fußgänger zu nutzen sind oder zu einem der großzügigen Fahrradparkhäuser. Es bietet Raum für 5000 Räder, ist kameraüberwacht. "Fahrradleichen" gibt es nicht. Eine Kamera erfasst, ob ein Rad länger als erlaubt dort parkt. Ist dies der Fall, wird das Rad entfernt.      

"Es geht um die Stadt und ihre Einwohner"

Der Besuch aus Leverkusen kehrte mit einer Reihe von Anregungen zurück:

Konkret dazu, wie sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer den Platz in der Stadt Amsterdam bestmöglich teilen, aber auch, welche Wege die Stadtverwaltung und Politik in den letzten Jahren gegangen ist, um bei den Bürgern um Verständnis für eine Verkehrswende zu werben. 

Abschließend sagte Dirk de Jager: "Es geht nicht um Fahrräder. Es geht um die Stadt und ihre Einwohner!"

OB Richrath: Wandel nur auf Basis von Bürgerbeteiligung

Oberbürgermeister Richrath sagte: "Wir haben viel Wissenswertes mitgenommen. Vor allem auch, dass ein Wandel nicht von Verwaltung und Politik verordnet werden kann. Er muss von der Bevölkerung mitgetragen werden. Das funktioniert nur mit einer ganz intensiven Bürgerbeteiligung. Hier sind wir in Leverkusen mit dem Mobilitätskonzept auf dem richtigen Weg." 

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