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Hitzeaktionsplan für Leverkusen veröffentlicht
Auch wenn aktuell eher Minustemperaturen und Schneefall das Wetter bestimmen – der nächste Sommer und die nächste Hitzeperiode kommen. Die Stadt Leverkusen hat sich auf dieses Szenario mit einem Hitzeaktionsplan vorbereitet.
Hitze stellt in einer Großstadt wie Leverkusen zunehmend ein Problem für die Gesundheit und Lebensqualität dar. Spätestens seit es amtlich ist, dass die globale Durchschnittstemperatur im Sommer 2024 die höchste seit Beginn der Aufzeichnung war, sind die Negativfolgen des Klimawandels nicht mehr wegzudiskutieren.
Das Leverkusener Gesundheitsamt hat in den vergangenen Monaten mit Unterstützung der Fachexpertise anderer städtischer Fachbereiche erstmals einen Hitzeaktionsplan erarbeitet. Basierend auf Daten und prognostizierten Entwicklungen verfügt die Stadt nun über ein Instrument, das sehr klar die Auswirkungen von Hitze auf die Bevölkerung Leverkusens darlegt. Gleichzeitig bietet der Plan eine Übersicht konkreter Maßnahmen zur Verringerung und Vermeidung von Folgen durch Extremhitze.
„Mit dem Hitzeaktionsplan gehen wir gut vorbereitet in die nächsten Hitzeperioden“, fasst Alexander Lünenbach, Beigeordneter für Bürger, Umwelt und Soziales, zusammen. „Ziel des Plans ist es, Leverkusen auf die steigenden Temperaturen vorzubereiten und die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze zu schützen.“
Vulnerable Gruppen benötigen besonderen Schutz
Extreme Hitze über mehrere Tage führt bei vielen Menschen zu einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens und zu einer verminderten Leistungsfähigkeit: Arbeitsplätze im Freien oder in nicht klimatisierten Räumen können so zur Belastung werden, auch konzentriertes Lernen in der Schule ist so kaum möglich.
„Insbesondere Seniorinnen und Senioren, kleinere Kinder, chronisch kranke Menschen oder Wohnungslose sind von sehr heißen Temperaturen und länger andauernden Hitzewellen besonders betroffen. Hier ist das Risiko deutlich höher, dass Hitze ernste gesundheitliche Folgen haben kann“, warnt Dr. Mirja Stevens, Leiterin des Leverkusener Gesundheitsamtes. Daher werden für diese besonders hitzevulnerablen Gruppen neben allgemeinen Maßnahmen auch spezifische Angebote, z.B. im Bereich Risikokommunikation, erarbeitet.
Für den Hitzeaktionsplan wurden Maßnahmen in vier Kategorien erarbeitet: Risikokommunikation, Bewältigung von Akutereignissen, langfristige Anpassung und Monitoring.
Risikokommunikation
Die Stadt Leverkusen hat bereits in der Vergangenheit unterschiedliche Kanäle genutzt, um für Hitzeschutz zu sensibilisieren. Auf der städtischen Homepage gibt es eine Informationsplattform zum Thema Hitze und Hitzegefahren, (Öffnet in einem neuen Tab) dort findet sich auch eine Zusammenstellung Kühler Orte und Refill-Stationen, an denen man Trinkflaschen kostenlos mit Wasser befüllen kann: Hitzeschutz | Stadt Leverkusen (Öffnet in einem neuen Tab) Mit der Hitzeknigge-Broschüre gibt es Hitzeschutz-Tipps auch in gedruckter Form. Informiert wird auch zu
Bewältigung von Akutereignissen
Im Falle einer akuten Hitzewarnung durch den Deutschen Wetterdienst erfolgt eine Weiterleitung, um betroffene Menschen und Einrichtungen zu erreichen. Kommunikationswege können hierbei - je nach Ausprägung der Hitzewarnung - die städtische Homepage, die städtischen Social Media-Kanäle, aber auch die App „Gut versorgt in Leverkusen“ sein, in der Push-Nachrichten ausgespielt werden. Multiplikatoren wie Haus- und Fachärztinnen und -ärzte, Ambulante Pflegedienste und Pflegeheime und andere Akteure spielen hier ebenfalls eine wichtige Rolle. Zudem bietet die Stadt bereits seit mehreren Jahren mit dem „Hitzetelefon“ ein niederschwelliges Angebot für Informationen zum Hitzeschutz an (Tel. (021/406-33 333).
Maßnahmen zur langfristigen Anpassung
Begrünungsmaßnahmen sind wirksame Maßnahmen gegen eine zunehmende Hitzebelastung im Stadtgebiet. Begrünung führt zu Kühlung der direkten Umgebung durch Verschattung, Verdunstung, vermehrter Wasserspeicherung und geringerer Hitzespeicherung des Oberflächenmaterials im Vergleich zu Materialien wie Asphalt und Schotter. Darüber hinaus hat Begrünung positive Effekte auf die Verbesserung der Luftqualität, die Stärkung der Biodiversität und des Wasserhaushaltes, die Schaffung eines attraktiven Wohn- und Arbeitsumfeldes und den Hochwasserschutz. Eine kurzfristige und wirksame Begrünungsmaßnahme war das städtische Förderprogramm zu Entsiegelung, Dach- und Fassadenbegrünung. Mit Hilfe dessen konnten über 2.100 m² auf privaten Flächen im Stadtgebiet begrünt werden. Im Haushaltssicherungskonzept kann das Förderprogramm als freiwillige Leistung leider nicht fortgeführt werden. Eine Wiederaufnahme des Förderprogramms ist, sobald es die Haushaltslage wieder zulässt, wünschenswert und wird daher weiterhin als Ziel im Maßnahmenkatalog des Hitzeaktionsplans aufgeführt. Ein Fokus liegt zudem auf zukünftigen Fördermöglichkeiten von Bund und Land.
Eine vorausschauende Planung ermöglicht es, die gesundheitliche Beeinträchtigungen der Bevölkerung zu reduzieren. Um die negativen Folgewirkungen von sommerlichen Hitze- und Trockenperioden auf die Wohn- und Lebensqualität der Leverkusener Bevölkerung zu mindern, ist eine Berücksichtigung der Frischluft- und Kaltluftzufuhr aus dem Umland sowie die Bereitstellung thermischer Entlastungsgebiete (Grünflächen) notwendig. Diese Zielsetzung ist bei der städtischen Bauleitplanung bei neuen Flächen als ein wichtiger Aspekt planerisch zu berücksichtigen. Im Strategieprozess „Leverkusen 2040+“ wird das Thema Hitzeschutz natürlich auch mitbetrachtet.
Monitoring
Eine Evaluation des Hitzeaktionsplans ist im Rahmen der jeweiligen Maßnahmen geplant. Der Hitzeaktionsplan ist als fortzuschreibendes Instrument zu verstehen. Er wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Hierfür werden bereits umgesetzte Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft und ggf. angepasst, zudem werden neue hinzukommen.
Der Hitzeaktionsplan geht als Kenntnisnahmevorlage in den kommenden politischen Beratungsturnus und ist unter SessionNet | Hitzeaktionsplan (Öffnet in einem neuen Tab) online und später auch auf der Homepage abrufbar.
