Stadt Leverkusen

Transformationsprozess der Stadtverwaltung Leverkusen

Die Stadtverwaltung Leverkusen befindet sich in einem umfassenden Wandel hin zu mehr Effizienz, Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit. Als ein Baustein zur Konsolidierung der nachhaltig prekären Haushaltssituation sind in einem vielschichtigen Prozess Einsparpotenziale im Personalbereich analysiert worden. Der Rat der Stadt Leverkusen hatte Ende Oktober 2025 mit dem Beschluss des Haushaltes 2025 die Einsparung von 766 Vollzeitäquivalenten bis zum Jahr 2040 entschieden.

Gruppenfoto Marc Adomat, Hans-Gerd Wendling, Stefan Hebbel, Maik Gößling und Alexander Lünenbach
v.l.n.r.: Stadtdirektor und kommissarischer Stadtkämmerer, Marc Adomat, Städtischer Projektleiter, Hans-Gerd Wendling, Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Personalratsvorsitzender, Maik Gößling, Beigeordneter Alexander Lünenbach

Zur Umsetzung des Beschlusses wurde das Beratungsunternehmen „PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH“ beauftragt, die Stadt Leverkusen bei der Begleitung und Realisierung zu unterstützen. Mit den ersten Zwischenergebnissen konnte ein erster Meilenstein in diesem umfangreichen Vorhaben erreicht werden. Die Stadt Leverkusen kann bis 2036 einen Konsolidierungsbeitrag von 14,57 Mio. Euro sowie die Einsparung von rund 131 Vollzeitäquivalenten identifizieren. 

„Dieser Transformationsprozess ist einer der umfangreichsten in der Geschichte der Stadtverwaltung Leverkusen. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, diesen Weg zu gehen“, macht Oberbürgermeister Stefan Hebbel deutlich. „Der Weg, den wir über diese intensive Auseinandersetzung eingeschlagen haben, ist der richtige.“ 

Generell wird zur Sicherung eines ausgeglichenen Haushalts von der Steigerung der Einnahmen und der Reduzierung der Ausgaben gesprochen. Eine Personalreduzierung ist ein komplexer Prozess und führt langfristig zu einer Kostensenkung auf der Ausgabenseite. „Wir sparen mit rund 131 Vollzeitäquivalenten massiv in der Belegschaft der Stadtverwaltung!“, betont Oberbürgermeister Stefan Hebbel. „Deshalb möchte ich einen Punkt sehr klar hervorheben: Niemand verliert im Rahmen dieses Prozesses seinen Arbeitsplatz!“

„Dies ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Haushaltskonsolidierung“, erläutert der Interims-Kämmerer und Stadtdirektor Marc Adomat. „Der PD-Prozess ist von zentraler Bedeutung, um den Haushalt langfristig zu stabilisieren.“ Die Stadtverwaltung hat mit diesem ersten Meilenstein rund 25 Prozent der finanziellen Gesamtzielgröße bis 2036 erreicht. Die politisch geforderten Personaleinsparungen sowie weitere Maßnahmen sollen in den nächsten zehn Jahren eine rechnerische Größe von rund 57,5 Mio. Euro erzielen. 

Dabei sind viele Umsetzungsmöglichkeiten und Auswirkungen innerhalb der Verwaltung verortet, indem interne Abläufe kontinuierlich optimiert und Doppelstrukturen abgebaut oder beispielsweise weitere interkommunale Möglichkeiten der Zusammenarbeit identifiziert werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der gezielte Einsatz digitaler Lösungen durch die gezielte Implementierung von Technik und KI – etwa durch die Einführung nutzerfreundlicher Online-Dienste, die Automatisierung standardisierter Verwaltungsprozesse und die medienbruchfreie Bearbeitung von Anliegen. Gleichzeitig bleibt die Sicherung der Leistungsfähigkeit und Servicequalität für die Bürgerinnen und Bürger oberstes Ziel. Obgleich die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen zu einer Reduzierung des Leistungsumfangs wie auch zu Einschränkungen in der Leistungserfüllung führen wird.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Stadtverwaltung langfristig zukunftsfähig aufzustellen, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig unsere Arbeitsorganisation an neue Anforderungen anzupassen“, ergänzt der Beigeordnete Alexander Lünenbach. Zumal der demografische Wandel längst auch bei der Stadtverwaltung Leverkusen angekommen ist. In den kommenden zehn Jahren werden aufgrund einer natürlichen Fluktuation etwa 750 Vollzeitäquivalente die Stadtverwaltung verlassen. Dies erfordert ebenfalls dringend eine Modernisierung durch Digitalisierung, Wissensmanagement und verbesserte Arbeitgeberattraktivität, um trotz knapper Personalressourcen handlungsfähig zu bleiben.

Der gesamte Prozess der Identifizierung von Sparpotenzialen wird eng durch den Personalrat, dem Gleichstellungsbüro und der Schwerbehindertenvertretung begleitet. „Es ist wichtig, dass die notwendigen Einsparmaßnahmen jetzt aktiv von der Stadtverwaltung selbst gestaltet werden, um Belastungen zu vermeiden, und bevor andere Stellen – der sogenannte Sparkommissar der Bezirksregierung – Entscheidungen für uns treffen müssen“, erklärt der Personalratsvorsitzende Maik Gößling. „Ich halte positiv fest, dass der bisherige Austausch zeigt: Wir sind hier im Miteinander unterwegs.“

Der Prozess ist langfristig angelegt und wird kontinuierlich vor einem Planungshorizont bis 2036 weiterentwickelt. Für den weiteren Fortschritt setzt die Verwaltung ausdrücklich auf die aktive Mitwirkung ihrer Mitarbeitenden. Ideen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge aus den Fachbereichen sind ein zentraler Baustein, um weitere vorhandene Potenziale zu identifizieren und umzusetzen. Dabei sind interne Strukturreformen elementar, um Überlastungen, Unzufriedenheit bei Bürgern und Mitarbeitenden sowie Kündigungen entgegenzuwirken. 

Abschließend bedankt sich Oberbürgermeister Stefan Hebbel bei der eigenen Belegschaft: „Ein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die sich mit großem Engagement in diesen intensiven Prozess eingebracht und zum Erreichen des ersten Meilensteins beigetragen haben. Der weitere Erfolg hängt entscheidend davon ab, dass alle Beteiligten weiterhin gemeinsam an Lösungen arbeiten und Chancen zur Weiterentwicklung aktiv nutzen.“

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