Stadt Leverkusen

Feuerwehr spendet Generatoren und Heizungen für Nikopol

Russland greift mit unverminderter Härte insbesondere die ukrainische Zivil- und Energie-Infrastruktur an. Die Folgen der Bombardements sind auch für die Menschen in Leverkusens Partnerstadt Nikopol gravierend. Die Stadt befindet sich im Gebiet aktiver Kampfhandlungen und erleidet erhebliche Schäden an Wohngebäuden, kritischer Infrastruktur, Versorgungsnetzen und sozialen Einrichtungen. Bei einem Drohnenangriff auf einen Bus starben Anfang April mehrere Menschen.

Übergabe Generatoren für Nikopol
Martin Gäde, stv. Leiter der Feuerwehr Leverkusen, Oberbürgermeister Stefan Hebbel und Elmar Thyen (Water für Ukraine e.V.) mit den Generatoren und Heizungen.

Die Informationen aus dem letzten Austausch der Stadt Leverkusen mit der Stadtverwaltung in Nikopol Ende Februar waren bereits entsprechend dramatisch. Aufgrund des ständigen Beschusses, häufiger Notstromausfälle und des starken winterlichen Temperaturabfalls waren die Einwohner von Nikopol gezwungen, sich in die „Points of Invincibility“ zu begeben. Dies sind Notfallzentren, die während kriegsbedingter Stromausfälle Wärme, Strom, Internet und Wasser bereitstellen.

Insgesamt 61 dieser Notfallzentren wurden in Nikopol für den 24-Stunden-Betrieb ausgerüstet. Sie befinden sich über das gesamte Stadtgebiet verteilt und bieten mehr als 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit, sich aufzuwärmen und ihre Mobilgeräte aufzuladen.

Damit angesichts der fortdauernden Angriffe die Notfallzentren weiterhin und vor allem auch mit Blick auf den kommenden Winter funktionieren können, hat die Stadt Nikopol um Hilfe gebeten. Die Feuerwehr Leverkusen spendet daher insgesamt sechs Stromgeneratoren und zwei mobile Heizgeräte.

Oberbürgermeister Stefan Hebbel erklärt dazu: „Es ist für uns unvorstellbar, wie die Menschen in unserer Partnerstadt tagtäglich mit der permanenten Gefahr neuer tödlicher Angriffe leben müssen. Hier ist jede Unterstützung bitter nötig, die wir in Form der Generatoren und Heizungen gerne leisten. Ich danke der Feuerwehr, vor allem aber den beteiligten Hilfsorganisationen, die den gefährlichen Transport in die umkämpfte Region auf sich nehmen.“

Der Transport nach Nikopol erfolgt durch den in Wuppertal ansässigen gemeinnützigen Verein Medizinischer Hilfsdienst Nordrhein e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem ebenfalls in Wuppertal ansässigen Verein Water for Ukraine e.V.

Der Verein Medizinischer Hilfsdienst Nordrhein e.V. ist auf medizinische Hilfeleistungen sowie Katastrophenhilfe im In- und Ausland spezialisiert. Die Hilfsleistungen des Vereins in der Ukraine richten sich gezielt an Menschen, die besonders unter den Folgen des Krieges leiden – insbesondere an die Bevölkerung in frontnahen Gebieten, an Kriegsverletzte sowie an Binnenflüchtlinge. Water for Ukraine e.V. leistet seit 2022 Unterstützung bei der Aufrechterhaltung einer funktionierenden Wasser- und Energieversorgung.

Zum technischen Hintergrund:

Die Stromgeneratoren werden mit Kraftstoff betrieben und können daher mobil und autark, auch in unzugänglichen Stellen, elektrische Energie zur Verfügung stellen. Damit können beispielsweise wichtige Haushaltsgeräte oder kleiner Anlagen in der Gebäudetechnik betrieben werden. Bei der Feuerwehr wurden die Stromerzeuger eingesetzt, um an den Einsatzstellen die elektrischen Geräte der Feuerwehr (z.B. Pumpen, Scheinwerfer, Rettungsgeräte) betreiben zu können.

Bei den Heizungen handelt es sich um Warmluftgebläse, die ebenfalls mit Kraftstoff betrieben werden und die erwärmte Luft von extern über Schläuche in einen Raum leiten. Die Heizungen wurden bei der Feuerwehr zum Beispiel zum Heizen von Zelten oder Fahrzeughallen eingesetzt.

Die Stromerzeuger und Heizungen sind abgeschrieben, jedoch regelmäßig gewartet und voll funktionsfähig. Bei der Feuerwehr werden sie durch neue Geräte ausgetauscht.

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