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Sauberes Leverkusen: Supersauger schlürft den Dreck weg
Er sieht aus wie ein überdimensionaler Staubsauger auf Rädern – und genau das ist er auch. Statt Parkett oder Teppichboden in der Wohnung saugt der „Glutton“ allerdings das Pflaster in der Wiesdorfer Fußgängerzone. Der „Vielfraß“ – so die deutsche Übersetzung - schluckt dabei alles, was ihm an Müll vor die Düse kommt: Plastikverpackungen, Zigarettenkippen, Essensreste und was durch unachtsame Menschen sonst so hinterlassen wird.
Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich leider oft über derlei achtlos in die Gegend geworfenen Abfall ärgern. Beschwerden über Müll und anderweitigen Verunreinigungen auf Straßen, Plätzen und in Grünanlagen machen jährlich mehr als zehn Prozent aller Meldungen im städtischen „Mängelmelder“ aus. Um hier Verbesserungen für das Stadtbild zu erreichen, kümmert sich seit Mai 2024 eine Projektgruppe darum, die bereits bestehenden unterschiedlichen Maßnahmen und Projekte zum Thema Abfallvermeidung und Abfallentsorgung zu koordinieren und weiterzuentwickeln.
Zu diesen Maßnahmen gehört auch der Einsatz des „Supersaugers“ in den Fußgängerzonen. Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt zwischen den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) und der Job Service Leverkusen gGmbH (JSL), das mit Beginn des Jahres 2026 gestartet ist. Die TBL haben Anschaffung und Wartung des Gerätes übernommen; die JSL stellen im Rahmen eines Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojektes das notwendige Personal.
Schon seit einiger Zeit war ein Mitarbeitender einer externen Firma im Auftrag der TBL täglich im Einsatz und sorgte per manueller Reinigung für mehr Sauberkeit in der Fußgängerzone. Durch die Beauftragung der JSL können diese Aufgaben nun langfristig wieder von kommunalen Unternehmen übernommen werden, was auch zu einer Kostenersparnis führt. Der „Glutton“ dient hier zur Unterstützung einer schnellen und effizienten Reinigung und steht somit auch für eine moderne und nachhaltige Straßenreinigung.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel lobt die innovative Idee: „Das Kooperationsprojekt von TBL und JSL bedeutet einen echten Gewinn für ein sauberes Leverkusen. Eine Fußgängerzone ist wie eine Visitenkarte der Stadt – hier müssen wir besonders auf ein gutes Erscheinungsbild achten. Das garantieren wir dank motivierter Mitarbeitender und dem Einsatz moderner Reinigungstechnik.“
Der „Glutton“ ermöglicht nicht nur schnelle, sondern auch umweltfreundliche und leise Reinigungsarbeiten, da er zu 100 % elektrisch betrieben wird. Durch seine 48 Volt-Batterie mit einer Laufzeit von rund 16 Stunden können die Mitarbeitenden problemlos einen ganzen Arbeitstag saugen. Das selbstfahrende und sehr wendige Gerät kann alle Arten von Abfall aufnehmen, die durch das Saugrohr mit einem Durchmesser von 125 mm passen. Der Abfall sammelt sich in einer integrierten 240l Abfalltonne mit Abfallsack. Die gefüllten Säcke werden anschließend eingesammelt und bei der AVEA entsorgt.
Mit einer zusätzlichen Wasserlanze kann zudem angesammelter, festsitzender Schmutz, entfernt werden. Das eingebaute Filtersystem sorgt dafür, dass keine Schadstoffe in die Umgebung abgegeben werden.
Der „Glutton“ wird künftig von Montag bis Freitag von 12.00 bis 20.00 Uhr zunächst testweise in der Fußgängerzone Wiesdorf sowie in den angrenzenden Seitenstraßen und am Busbahnhof unterwegs sein. Das Einsatzgebiet kann je nach Bedarf noch erweitert werden.

