Stadt Leverkusen

Ergebnisse der Jugendbefragung

Sie wollen gehört werden, sich einbringen und ihre Stadt aktiv gestalten: Das zeigen die mehr als 1 100 Rückmeldungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Leverkusen. Sie geben ihrer Stadt als Note eine "gute Drei". Die Organisatoren berichten über die Ergebnisse der ersten Jugendbefragung dieser Art.

Die Organisatoren der Jugendbefragung stellen die Ergebnisse vor
Folgende Einrichtungen und deren Vertretenden führten die Befragung durch: v.l.n.r.: Florian Korb, Evangelische Jugend Schlebusch, Oliver Weierstall, Kinder- und Jugendring e.V., David Nelson, Stadt Leverkusen, Michaela Bolz, Evangelisches Jugendreferat, Dr. Uli Deinet, Dr. Maria Icking, beide: Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und Entwicklung

Der Kinder- und Jugendring Leverkusen e.V. hat gemeinsam mit der Stadt Leverkusen im März erstmalig an Leverkusener Schulen eine Jugendbefragung durchgeführt. 
Die durch das Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und Entwicklung (ISPE) wissenschaftlich begleitete Jugendbefragung orientierte sich nicht nur an Themen des jugendlichen Alltags; die Fragen boten auch viel Raum für gesamtstädtische Belange.
So liegen mit den Ergebnissen der Jugendbefragung auch für diese Altersgruppe repräsentative Erkenntnisse zu Stadtentwicklung, Sicherheit, Mobilität und Freizeitverhalten vor.

Hohe Akzeptanz für die Stadt

Erfreulich ist besonders, dass mehr als ein Drittel der Jugendlichen, die an der Befragung teilgenommen haben, ihrer Stadt die Note "eins" oder "zwei" geben. Dieses Ergebnis zeigt, dass eine hohe Akzeptanz für die Stadt besteht. 
Mit Blick auf das befriedigende Gesamtergebnis von 2,956 – dem Durchschnitt aller Bewertungen – wird jedoch auch deutlich, dass es noch Luft nach oben bei der Gestaltung einer für junge Menschen lebenswerten Stadt Leverkusen gibt.

Wichtiger Baustein für Förderplan

Die Jugendbefragung 2026 ist ein wichtiger Bestandteil bei der Erstellung des neuen Kinder- und Jugendförderplans. Mit diesem plant Stadtverwaltung im Dialog mit Kindern und Jugendlichen sowie freien Trägern die Arbeit in den Handlungsfeldern der Jugendarbeit für die kommenden vier Jahre. Der Förderplan soll im November im Kinder- und Jugendhilfeausschuss beschlossen werden.

"Wir sind mit der Durchführung der Leverkusener Jugendbefragung 2026 sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit der Arbeitsgruppe aus Stadt und freien Trägern hat hervorragend funktioniert, und wir aus der Jugendarbeit konnten sehr gut mit vielen Schulen und der Schulsozialarbeit zusammenarbeiten", sagt Nadine Hoh, stellvertretende Fachbereichsleitung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit bei der Katholischen Jugendagentur, die in der Arbeitsgruppe Jugendbefragung mitgewirkt hat.

Ergebnisse im Überblick

Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse der Jugendbefragung zeigt, dass Mädchen insgesamt unzufriedener mit Leverkusen sind. Rund ein Viertel von ihnen gab der Stadt die Gesamtnote „vier“ oder schlechter.
Ein Grund dafür sind fehlende beziehungsweise schlechte Shoppingmöglichkeiten. Mit 46 Prozent stellen sie den häufigsten Kritikpunkt dar und werden mehrheitlich von Mädchen bemängelt.

Direkt dahinter folgt mit 45,6 Prozent der Wunsch nach besseren Bus- und Bahnverbindungen.
Auch der Ausbau von Spiel- und Sportflächen (43,7 Prozent), der Bedarf an kostenlosen und wetterunabhängigen Räumlichkeiten (34,6 Prozent) sowie die Schaffung altersgerechter Angebote und Veranstaltungen (34,5 Prozent) zeigen, dass Leverkusen den jugendlichen Freizeitbedürfnissen bislang nicht umfassend gerecht wird oder bestehende Angebote nicht ausreichend bekannt sind. 

Werden Jugendliche auf ihre Sorgen und Nöte angesprochen, stehen die Angst vor Krieg und Prüfungen sowie Mobbing und Stress an erster Stelle.
Der Wunsch nach mehr Beratung im Umgang mit Geld ist dabei ein wichtiges Thema. Dies richtet sich einerseits an den schulischen Unterricht, spricht andererseits aber auch für eine Erweiterung möglicher Beratungsangebote.

Angebote weiterentwickeln

Auch die 22 Jugendeinrichtungen innerhalb der Stadt verstehen die Ergebnisse als Auftrag, ihre Angebote weiterzuentwickeln. "Aus der Befragung geht hervor, dass sich Jugendliche konsumunabhängige Orte wünschen. Das wissen wir auch aus dem Jugendstadtrat.
Die 22 Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, sollten diese Orte sein. Sie sollten noch besser bekannt gemacht werden, und wir als Verantwortliche sollten überlegen, wie wir die Attraktivität für über 16-Jährige steigern können. Eine Bereitstellung funktionierender digitaler Technik spielt heutzutage eine immer größere Rolle", sagt Florian Korb von der Evangelischen Jugend Schlebusch.

Hohes Interesse an Politik und Wahlen 

Dass Jugendliche vernetzt sind und ihre Umgebung sowie ihre Freizeit aktiv mitgestalten wollen, zeigt das Engagement vieler Teilnehmenden der Jugendbefragung in Kirchen- und Moscheegemeinden sowie anderen Organisationen. Zugleich zeigen U16-Wahlen und Jugendstadtrat ein hohes Interesse junger Menschen an Politik und Wahlen.

Vorschläge im Auswertungs-Workshop 

In einem Workshop zur Auswertung der Befragung, der gemeinsam mit Jugendlichen durchgeführt wurde, schlugen diese vor, die Leerstände in der City C und der Rathaus-Galerie zu beseitigen, um bessere Shoppingmöglichkeiten zu schaffen und Angsträume zu minimieren. 
Dies greift die Tatsache auf, dass sich viele Jugendliche an Bushaltestellen und Bahnhöfen in Leverkusen unsicher fühlen. Zudem schlagen auch sie vor, besser über bestehende Angebote für Jugendliche zu informieren.

"Wünsche und Anliegen als Auftrag"

"Eine wertvolle Erkenntnis, die wir als Stadt nutzen werden – beispielsweise durch die Fortsetzung und den Ausbau von Formaten der Jugendbeteiligung wie der Jugendbefragung und des Jugendstadtrats", erklärt David Nelson, Leiter der städtischen Jugendhäuser und Initiator der Jugendbefragung.

"Viele Jugendliche in Leverkusen sind grundsätzlich zufrieden. Aber wir wollen, dass sie Leverkusen auch als lebenswerte Stadt erleben. 
Deshalb verstehen wir die Wünsche und Anliegen als Auftrag, die Ausrichtung der Jugendarbeit sowie die Information über bestehende Angebote weiter zu verbessern.
Die Stadt und die Jugendarbeit insgesamt haben nun die Aufgabe, die Bedürfnisse der Jugendlichen ernst zu nehmen und daraus Ideen zu entwickeln – beispielsweise durch partizipative Informationskanäle, die Bereitstellung nichtkommerzieller Treffpunkte sowie die stärkere Verankerung ihrer Themen in Schule und Jugendarbeit", so Nelson. 


 

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