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Deutsch-Japanischer Fachaustausch
Wie können junge Menschen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen gleichberechtigt am Bildungs- und Berufsleben teilhaben? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine japanische Fachkräfte-Delegation bei ihrem Besuch in Leverkusen.
Der Fachaustausch fand statt am Donnerstag, 5. November, im Rahmen des deutsch-japanischen Studienprogramms IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V.. Im Mittelpunkt standen die kommunale Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf und die praktische Umsetzung von Unterstützungsangeboten für junge Menschen.
Eine Mitarbeiterin der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule - Beruf (KoKo) der Stadt Leverkusen hatte 2025 am Studienprogramm für Fachkräfte in Japan teilgenommen. Im Rahmen des zweiwöchigen Austausches war nun eine japanische Delegation zu Besuch bei der KoKo in Leverkusen.
KAoA: Berufliche Perspektiven für alle jungen Menschen
Zum Auftakt begrüßte Aylin Doğan, Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend der Stadt Leverkusen, die japanischen Gäste im Rathaus. Anschließend stellte Angelika Herbertz, Leiterin der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule – Beruf (KoKo), die Landesinitiative "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) vor.
Unter dem Leitgedanken der gleichberechtigten Teilhabe erhielten die Gäste Einblicke in das flächendeckende, systematische Übergangssystem Nordrhein-Westfalens. KAoA unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Stärken und Interessen zu entdecken, berufliche Möglichkeiten kennenzulernen und den Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium vorzubereiten.
Im fachlichen Austausch ging es insbesondere um die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure, die Rolle der Kommune und die Vernetzung von Schulen, Jugendhilfe und weiteren Partnern. Auch die Frage, wie Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen gezielt unterstützt werden können, spielte eine wichtige Rolle. Als Beispiele wurden die Zusatz-Module "KAoA-STAR" und "KAoA-kompakt" vorgestellt.
"Junge Menschen brauchen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihren individuellen Voraussetzungen faire Chancen für ihre Zukunft. Dafür müssen wir sie frühzeitig unterstützen und ihnen Wege in Bildung und Beruf eröffnen. Der deutsch-japanische Austausch bietet eine gute Gelegenheit, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und voneinander zu lernen.", so Aylin Doğan.
Vom kommunalen Konzept zur praktischen Umsetzung
Nach der fachlichen Einführung im Rathaus besuchte die Delegation die Wuppermann Bildungswerk Leverkusen (WBL) gGmbH. Dort erhielten die japanischen Gäste einen praktischen Einblick in die Umsetzung der Berufsorientierung in Leverkusen und in die Rolle des Bildungsträgers im KAoA-Netzwerk.
Christian Remmler, Geschäftsführer der WBL, und Denis Welter, Bereichsleitung Soziale Arbeit und Pädagogik, stellten die Arbeit und die Unterstützungsangebote des Bildungswerks vor. Dabei stand im Mittelpunkt, wie junge Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Lebenslagen und Voraussetzungen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf begleitet werden können.
Ein thematisch geführter Rundgang durch die Räumlichkeiten ermöglichte weitere Einblicke in die praktische Arbeit und bot Raum für Fragen und fachlichen Austausch.
"Eine gute berufliche Zukunft beginnt damit, dass junge Menschen ihre eigenen Stärken entdecken und passende Perspektiven entwickeln können. Dafür brauchen sie individuelle Unterstützung und praktische Möglichkeiten, unterschiedliche Berufsfelder kennenzulernen.", so Christian Remmler.
Voneinander lernen – junge Menschen stärken
Auch wenn sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen in Deutschland und Japan unterscheiden, verbindet beide Länder das Anliegen, jungen Menschen gute Zukunftsperspektiven zu eröffnen und ihre gleichberechtigte Teilhabe zu fördern.
"Der internationale Fachaustausch lebt davon, dass Fachkräfte die Erfahrungen anderer Länder kennenlernen und die eigene Arbeit aus einer neuen Perspektive betrachten. Der Besuch in Leverkusen hat einen intensiven Austausch zum Dialog zwischen kommunaler Koordinierung und praktischer Bildungsarbeit ermöglicht. Von diesem gegenseitigen Lernen profitieren letztlich auch die jungen Menschen.", so Claudia Mierzowski von IJAB.


