Stadt Leverkusen

Schulbetrieb am Berufskolleg Opladen nach den Herbstferien

Nach den Herbstferien wird der Schulbetrieb am Berufskolleg Opladen (BKO) unter besonderen Bedingungen wieder in Präsenz aufgenommen. Die von der PCB-Belastung betroffenen Einzelräume und Bereiche bleiben selbstverständlich weiterhin gesperrt.

Während der unterrichtsfreien Zeit wurden verschiedene Schutzmaßnahmen ausgeführt. Diese wurden unter Einbindung eines externen TÜV-Gutachters und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen bewertet, abgestimmt und durchgeführt. Darüber hinaus wurden weitere PCB-Untersuchungen der Schulräume veranlasst und bereits vorgenommen. Die Bewertung der Situation und die Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen werden von der Stadt Leverkusen in Unterstützung des Zweckverbands der Berufsbildenden Schulen in Opladen weiterhin eng begleitet. 

Weitergehende Untersuchungen und fachliche Begleitung:
Der Berufsschulzweckverband arbeitet bei der weiteren Untersuchung und Bewertung der PCB-Belastung intensiv mit dem TÜV zusammen. In der zweiten Herbstferienwoche haben bereits Nachmessungen stattgefunden. Insgesamt wurden an 30 Standorten neue Proben genommen. Die Ergebnisse werden nach der Laboruntersuchung umgehend fachlich ausgewertet und gemeinsam mit den beteiligten Sachverständigen eingeordnet.

Darüber hinaus werden regelmäßige stichprobenartige Nachmessungen angestrebt, um die Entwicklung der Messwerte weiter beobachten und die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen fachlich bewerten zu können. Zudem werden vorsorglich Lehrkräften und Beschäftigten des Berufsschulzweckverbands sowie einer gesundheitlich besonders vulnerablen Gruppe von Schülerinnen und Schülern, z.B. bei bekannter schwerer chronischer Erkrankung, eine medizinische, individuelle Untersuchung angeboten.

Insgesamt ist zu berücksichtigen, dass PCB im menschlichen Körper auch unabhängig von einer Exposition im BKO nachweisbar sein kann, insbesondere aufgrund der Aufnahme über die Nahrung. Die Ergebnisse müssen daher medizinisch begleitet und im jeweiligen Einzelfall bewertet werden. Ein erhöhter Messwert allein erlaubt daher keine eindeutige Aussage darüber, ob eine Erkrankung durch PCB verursacht wurde.

Reinigungs- und Lüftungsmaßnahmen:
Zum Ende der zweiten Herbstferienwoche wird eine Grundreinigung des Schulstandorts stattfinden. Zudem ist ein dezidiertes und u.a. durch den TÜV redigiertes Reinigungs- und Lüftungskonzept erarbeitet worden, das ab sofort gilt und bei Bedarf fortgeschrieben wird. Darüber hinaus werden künftig regelmäßige Feinreinigungen durchgeführt, um die PCB-Belastung im Rahmen der fachlichen Empfehlungen zu reduzieren. Zudem werden auf Empfehlung des TÜV in allen Räumen Lüftungspläne ausgehängt, in denen die durchgeführten Lüftungen dokumentiert werden. Damit soll die Umsetzung der Lüftungsmaßnahmen nachvollziehbar unterstützt werden.

Parallel zur öffentlichen Kommunikation werden auch die Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Beschäftigten vor Ende der Herbstferien über den aktuellen Sachstand und die vorgesehenen Maßnahmen informiert. Auch künftig erfolgt eine regelmäßige und transparente Kommunikation mit allen Beteiligten und der Öffentlichkeit über neue Erkenntnisse und den daraus resultierenden Maßnahmen.

Oberbürgermeister Stefan Hebbel – auch in Funktion des Vorstehers des Berufsschulzweckverbands – sowie Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach betonen unisono: „Der Schutz der Gesundheit von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Beschäftigten hat bei allen weiteren Entscheidungen oberste Priorität. Die erforderlichen Schritte werden auf Grundlage der fachlichen Bewertungen und in Abstimmung mit den beteiligten Stellen festgelegt. Wir danken den Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern, den Lehrkräften sowie allen Beschäftigten für ihre Geduld und ihr Verständnis in dieser besonderen Situation. Unser Dank gilt zudem allen Beteiligten für die interdisziplinäre und behördenübergreifende Zusammenarbeit. Hierzu zählen u.a. die verschiedenen Fachbereiche der Stadt Leverkusen – allen voran der Medizinische Dienst und die Gebäudewirtschaft –, die Bezirksregierung Köln, die zuständigen gesetzlichen Unfallversicherungsträger, der externe TÜV-Gutachter, weitere beteiligte Dienstleister sowie der Berufsschulzweckverband.“

Genese:
Ausgangspunkt der Untersuchungen war eine gemeldete Geruchsbelästigung. Auf Empfehlung externer Sachverständiger ließ der Berufsschulzweckverband in den Sommerferien verschiedene Bereiche des Gebäudes auf Schadstoffe untersuchen.  Aufgrund des Baujahres wurden weitere Messstellen, insbesondere in der Nähe von Dehnungsfugen ausgewählt, um aktuelle Werte zu einer zurückliegenden PCB-Sanierung zu erhalten.

Nach Auswertung der Untersuchungsergebnisse wurden aufgrund erhöhter PCB-Werte umgehend ein Klassenraum, Räume der Schulleitungslandschaft sowie ein Archivraum gesperrt. Im betroffenen Klassenraum findet seit Anfang Oktober kein Unterricht mehr statt.

Die bisherigen Ergebnisse erlauben noch keine abschließende Bewertung der Belastungssituation im gesamten Gebäude. Nach der bisherigen Einschätzung des Medizinischen Dienstes der Stadt Leverkusen liegen derzeit keine eindeutigen Hinweise auf eine gesundheitliche Belastung vor. Diese vorläufige Einschätzung stellt jedoch keine abschließende Bestätigung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit sämtlicher Räume dar. 

Aus diesem Grund wurden weitere Untersuchungen und Schutzmaßnahmen veranlasst, die bereits in den Herbstferien initiiert und durchgeführt wurden. Auf Grundlage der neuen (derzeit noch ausstehenden) und bereits vorhandenen Ergebnisse wird ergänzend mit fachlichen Empfehlungen ein Gesamtkonzept zur Senkung der PCB-Werte erarbeitet, welches regelmäßig fortgeschrieben wird. Dieses soll die Erkenntnisse bündeln und die weiteren Schritte systematisch aufeinander abstimmen.
Dabei werden u.a. folgende weitere Themenbereiche betrachtet:

  • die Aufarbeitung und Bewertung früherer Sanierungsmaßnahmen,
  • regelmäßige Nachmessungen und die Bewertung der Messwertentwicklung,
  • mögliche weitere Sanierungsmaßnahmen vor dem Hintergrund der Restnutzungsdauer sowie
  • die gegebenenfalls erforderliche Schließung von Räumlichkeiten oder Auslagerung des Unterrichts.

Sobald dieses übergreifende Gesamtkonzept vorliegt, werden Informationsveranstaltungen für Erziehungsberechtigte, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Beschäftigte durchgeführt. Ziel ist es, die neuen und bisherigen Untersuchungsergebnisse, deren fachliche Einordnung und die daraus resultierenden Maßnahmen verständlich zu erläutern und Fragen zu beantworten.

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