Stadt Leverkusen

Fördergelder für innovatives Frühwarnsystem

Der Oberbergische Kreis erhält für die „Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper (ÜVAW)“ von der Bezirksregierung Köln Fördergelder für das Projekt KIRa-Berg. Auch für Leverkusen schafft dies langfristig die Möglichkeit, potenzielle Überflutungsgefahren früher zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Technisches Kernstück des Projekts ist die Installation zweier X-Band-Radargeräte, die das bestehende Radarsystem des Deutschen Wetterdienstes für das Bergische Land ergänzen sollen. Im Projektzeitraum soll darüber hinaus überprüft werden, ob die innovativen X-Band-Radardaten so aufbereitet werden können, dass sie in die bestehenden Warnsysteme des Deutschen Wetterdienstes für Kurzfristvorhersagen integriert werden und damit als rechtliche Basis für Wetterwarnungen dienen können. Fachlich wird das Verbundprojekt von der Universität Bonn und der TH Köln unterstützt, denen ebenfalls jeweils ein Fördermittelantrag für das Projekt bewilligt wurde.

Die zusätzlichen geplanten Radarsysteme sind in der Lage, auch in niedrigerer Höhe und mit deutlich häufigeren Messungen detaillierte Radardaten für Niederschlagsvorhersagemodelle zur Verfügung zu stellen. Es ist geplant, diese Radardaten mit einem KI-Modell, das sowohl Hochwasserberechnungen aus Niederschlägen als auch durch bestehende Flusshochwasser einbezieht, zu kombinieren. Darüber hinaus können sekundenschnelle Simulationen von Überflutungsszenarien durchgeführt werden, um entsprechende Vorwarnzeiten zu verkürzen.

Nach der Zusage der Fördermittel werden jetzt die notwendigen Beschaffungen der Radargeräte und des KI-Modells vorbereitet sowie geeignete Standorte für die Radargeräte gesucht. Die Installationen der Radargeräte sollen bis Mitte nächsten Jahres realisiert werden. Der geplante Projektzeitraum erstreckt sich von September 2026 bis Februar 2029. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,91 Millionen.

Das Projekt findet im Rahmen der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand im Förderaufruf „Das Beste aus beiden Welten – Klimaanpassung auf lokaler und regionaler Ebene“ statt und trägt dazu bei, Überflutungsgefahren frühzeitig zu erkennen und wirksame Maßnahmen sowohl im akuten Ereignisfall als auch im Rahmen langfristiger Planungsprozesse koordiniert umzusetzen. 

Informationen zum Überflutungsschutz im Bergischen:
Die „Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper (ÜVAW) wurde im Januar 2023 als Zusammenschluss der Kreise Ennepe-Ruhr-Kreis, Oberbergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis, der Städte Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal mit den Wasserverbänden Aggerverband und Wupperverband gegründet. Das Kooperationsgebiet umfasst die Gewässereinzugsgebiete von Agger und Wupper. Die Kooperation ÜVAW, dessen Geschäftsstelle beim OBK im Umweltdezernat angesiedelt ist, soll vor allem zu einer verbesserten Information der Bevölkerung und einer intensiveren Zusammenarbeit der Gebietskörperschaften und Wasserverbände führen. Ein Ziel, das durch das Projekt KIRa-Berg umgesetzt werden soll, ist die Entwicklung eines integrierten Überflutungsmanagementsystems, das Fachbehörden, Leitstellen, Feuerwehr-Einsatzleitungen und Krisenstäbe bei der frühzeitigen Erkennung von Überflutungsgefahren unterstützt und die Planung sowie Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen fördert. Der Oberbergische Kreis koordiniert dabei die Zusammenarbeit der Projektpartner sowie der beteiligten Kommunen und Verbände.

Das Projekt KIRa-Berg (KI- und Radar-gestütztes integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land) ist ein gemeinsames Vorhaben des Oberbergischen Kreises stellvertretend für die ÜVAW-Kooperation, der Universität Bonn und der TH Köln. Rund 1,91 Millionen Euro umfasst das Projekt. Nach erfolgreicher Antragstellung wurde hierfür ein Zuwendungsbescheid aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erteilt. Die Förderung beträgt 80% und wird von der Europäischen Union sowie dem Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.

Welchen Mehrwert besitzt das Projekt KIRa-Berg für Leverkusen?
Auch wenn der Hitzesommer dieses Jahres die Folgen und die Aktualität von Überflutungsgefahren durch Starkregen in den Hintergrundrückt, hat das Starkregenereignis mit den einhergehenden Überflutungen und Schäden im Leverkusener Stadtgebiet vor fünf Jahren gezeigt, dass ein nicht unerhebliches Überflutungsrisiko in Leverkusen besteht.

Durch die Kooperation ÜVAW wird zum einen der interkommunale Fachaustausch mit den Kooperationspartnern gestärkt. Darüber hinaus schafft das Projekt KIRa-Berg konkret langfristig die Möglichkeit, auch für Leverkusen potenzielle Überflutungsgefahren früher zu erkennen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen sowie die Leverkusener Bevölkerung im Ereignisfall besser warnen zu können.

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