Stadt Leverkusen

Tag der Heimat mit Kranzniederlegung

In diesem Jahr wurde der Tag der Heimat zum 77. Mal begangen. Sein Ursprung reicht zurück in das Jahr 1950, als vor dem Stuttgarter Schloss die Charta der deutschen Heimatvertriebenen verkündet wurde.

Tag der Heimat 2026
Kranzniederlegung bei der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof Manfort am 6. September 2026.

Fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und ein Jahr nach Inkrafttreten des Grundgesetzes meldeten sich die Heimatvertriebenen im öffentlichen Leben der jungen Bundesrepublik Deutschland zu Wort. Die Charta bekannte sich zu einem geeinten Europa und beschrieb das Recht auf Heimat als ein Grundrecht des Menschen. 

Bei der jährlichen Leverkusener Gedenkveranstaltung, organisiert vom Bund der Vertriebenen, auf dem Friedhof Manfort wurde gestern in Ansprachen und mit Kranzniederlegungen der Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung gedacht. Bürgermeisterin Annegret Bruchhausen-Scholich hielt das Grußwort.

Darin heißt es unter anderem:

"Heute sind es immer weniger Menschen, die diese Flucht im und nach dem Zweiten Weltkrieg noch erlebt haben. Diejenigen, die sie erlebt haben, hat diese Zeit jedoch nachhaltig geprägt, und vermutlich auch die Generationen nach ihnen noch. Heimat ist in diesem Kontext wahrscheinlich oft der Ort, an dem die heute noch lebenden Vertriebenen das letzte Mal Kind sein durften, sich geborgen und beschützt fühlten. [...]

Heute leben wir in einem Europa, in dem der Krieg wieder bedrohlich nahe gerückt ist. Umso wichtiger ist es, Europa als Gemeinschaft zu begreifen und gemeinsame Werte zu verteidigen. [...] Zugleich erleben wir, dass das Europa der offenen Grenzen unter Druck geraten ist – auch durch Fluchtbewegungen aus anderen Regionen der Welt. Gerade deshalb bleibt die Frage, wie wir Schutzinteressen, Humanität und Zusammenhalt miteinander verbinden, eine der großen Aufgaben unserer Zeit. 

Das Grundübel bleibt der Krieg. Er fordert immer zu viele Opfer – an Menschenleben, an Vertrauen, an Zukunft. Wer wüsste das besser als Menschen, deren Familiengeschichte von Flucht, Vertreibung und Neubeginn geprägt ist. [...]

Der zweite Weltkrieg und die Verbrechen des Nationalsozialismus sollten uns deshalb eine ständige Mahnung sein, hochzuschätzen was die Bundesrepublik Deutschland und ihre verfassungsmäßig verbrieften Rechte uns bieten. So kann der Begriff Heimat auch heute eine positive Bedeutung entfalten: als Ort der Erinnerung, als Erfahrung von Zugehörigkeit und als geistige Heimat in einer freiheitlichen, demokratischen Ordnung. [...]"

Diese Seite teilen

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise